re:publica 2010 Vortrag mit Titel ‚What’s next‘ von Peter Kruse, Friedrichstadtpalast Berlin 21. April 2010

Nimm Dir eine gute halbe Stunde Zeit um zu erfahren wie Willensbildung zukünftig entsteht und die Kräfte- und Mächteverhältnisse grundlegend auf den Kopf gestellt wurden und bereits im 15. Jahr zu Polarisierung, Machtkämpfen und allgegenwärtiger Orientierungslosigkeit auch und insbesondere in meiner Werbeindustrie führten.

Peter Kruse macht sympathisch und wortgewaltig greifbar was uns als nächstes erwartet und wie es dazu kommen mag. Wir sind bei Motivation Nr. 3 angelangt:

  1. Teilhaben an frei verfügbarer Information
  2. Eigene Kreativität einbringen und Spuren hinterlassen
  3. Sich machtvoll zu Bewegungen zusammen schliessen

Macht entsteht über die Nachfrage und nicht über das Angebot

2006

Na siehst Du… Das war doch schon immer so! Meine werten Kollegen sind mit proprietären Hilfmitteln wie etwa der McCann Nachfragekette [demand chain] bestens gerüstet, vertraut und professionell versiert, mit einem Unterschied. Das Internet ist kein Medium, es ist das nicht aufzuhaltende System, für das es geschaffen wurde und es nunmehr seinen Nutzern den Zustand von digitalem sein abverlangt. Als ‚digitale visitor‘ oder ‚digital natives‘ hält Peter Krause uns einen Spiegel vor. Ich gehe davon aus, dass es sich bei meinen Agenturkontakten ausschliesslich um ‚digital visitors‘ handelt und danke Amir Kassaei, dass Du der Deutschen Werbebranche und jedenfalls dem Nachwuchs am Samstag, den 10. Juni, das Signal für digitales sein gegeben hast.

Blättere die unter dem Video angehängten Folien mit durch für ein rundes Präsentationsschauspiel. Ich bin begeistert und wie auch das Publikum im Friedrichstadtpalast auf Begeisterung und Zuspruch für die grosse Spielwiese der Netze erpicht sind.

Peter Kruse ist Professor Dr. Peter Kruse und wird von der FAZ zerissen, Neil Budde vom Wall Street Journal dagegen hält sachliches Lob für Peter Kruse bereit: „Eine exzellente Art, sich auf die strategischen Hauptpunkte zu konzentrieren.“ Gilt bei der FAZ womöglich bis heute der Prophet im eignen Land nicht?

 

Peter Kruse

Bildquelle: Stefan Bernd Urheber: Markus Roling Genehmigung: CC-BY-SA-3.0-DE



republica2010

 

2008

Die Regeln werden tatsächlich zur Zeit neu geschrieben

Umsatzrückgang kann man nicht mehr Wett machen mit erhöhtem Werbedruck oder über Preissenkung, man braucht schon den Dialog mit den Kunden, das ist einfach eine andere Welt.

Das Internet führt zu einer Erhöhung des Selbstbewusstsein der Gesellschaft. Das führt und zwar nicht unbedingt in einem Parteirahmen zu einer Re-politisierung der Welt. Das führt dazu, dass die Menschen sich wieder mehr einbringen. Selbstbewusssein ist fantastisch. Selbstbewusstsein heisst, die Gesllschaft wird sich ihrer selbst wieder mehr bewusst. Und sie wird selbstbewusster in der aktiven Auseinandersetzung, man bringt sich einfach stärker ein.

Wann immer sich Menschen in Netzen zusammentun haben sie die Chance mitzubekommen wo sie sind. Wenn Sie wirklich immer im Netzwerk mitschwimmen, dann haben Sie immer die Chance die Mustebildung diese Netzes zu verstehen. Das heisst, wenn eine Politik nicht wirklich in der Lage ist sich einzubringen in diese Netze dann werden die nie verstehen was da stattfindet. Denn die Musterbildung setzt voraus dass sie Teil und zwar richtiger Teil dieses Netzes sind. Wenn sie ncht einziehen dann können Sie diese Musterbildung nicht erleben Aber wenn sie sie erleben, dann haben Sie plätzlich eine Chance zu EInsichten, die weit über das hinausgehen das man sonst so gewöhnlicher Weise da zu erwartet hat.

2010

2010

Wer nicht in der Lage ist zwischen diesen beiden Welten (…) zu wechseln wird nach Meinung von Peter Kruse, grosse Probleme mit Machtzusammenhängen bekommen.

Hypothesen

  1. Die Schärfe des Disputes pro und contra Internet ist Indikator für die Existenz unzureichend reflektierter Wertedifferenzen.
  2. Die Veränderungen durch das Netzwerk sind systembedingt und daher außer durch Abschaltung des Netzwerkes nicht zu stoppen.
  3. Die Soical Software des Web 2.0 ist ein Angriff auf die etablierten Regeln der Macht und erzwingt ein grundlegendes Umdenken.
  4. Das Internet führt zur Erhöhung des Selbst-Bewusstseins der Gesellschaft. Eine Re-politisierung jenseits der Parteien ist nur konsequent.
  5. Die Lawine donnert bereits zu Tal. Überzeugungsarbeit ist nicht notwendig. Und bist Du nicht willig so brauch ich Geduld.