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Werbung frisst die Welt

17. Mai 2016

 

 

The Ad Contrarian

Werbeblogger Bob Hoffman


 

 


Mit freundlicher Genehmigung von Bob Hoffman
Original Beitrag vom 11. May 2016
auf Der Werbe Nonkonformist


 

 

Werbung frisst die Welt
Es fällt schwer sich vorzustellen, daß es eine Zeit gab, die so lange nicht zurückliegt, in der behauptet wurde „Werbung ist tot”.

 

 

  • 2004 proklamierte die Forschungsfirma Forrester & Co, dass wir „das Ende der Era des Massenmarketings erreicht haben.”
  • 2009 schrieb Advertising Age, „Die Zeit nach der Werbung ist angebrochen.”
  • “Werbung ist tot,” lautete die Headline der Huffington Post im Vorjahr.

 

Ich erspare Ihnen den Stumpfsinn weiterer tausend Zitate, wie das Internet den Tod der Werbung herbeiführe.

Was geschah, war natürlich genau das Gegenteil. Das Netz und alle anderen Mediaformate wurden gebissen, zerkaut und verschluckt von Werbung. Alle Medien sind jetzt Gefangene der Werbebranche.

Media Aristokraten laufen jetzt in heruntergelassenen Unterhosen herum und betteln Werber darum sich das anzusehen.

Sie werden alles tun und keinen Kompromis ihrer Integrität scheuen Werbeeuro in ihre Schweisshände zu bekommen. Die New York Times hat es bestens zum Ausdruck gebracht:

 

 

Caty Burgess, Senior Vicepräsidentin für Medienstrategien des CW TV Netzwerks, sagte, “Lautet die Frage, ‘Ist es eine Anzeige?’ oder ‘Was ist nicht eine Anzeige?

 

 

Die schmutzige Korruption der Medien beschränkt sich nicht nur auf Produktplatzierung und ’native advertising‘ (Würgen Sie mich) in Fernsehen, Film, Drucksachen und Online. Jetzt sind auch die Nachrichten infiziert.

 

 

Wir glauben, dass Markeninhalte (branded content) und inhärente Lösungen (native solutions) eine großformatige Lösung bieten für Time Inc.”, Joseph A. Ripp, CE von Time Inc.

 

 

„Markeninhalte” (branded content)“ und „inhärente Lösungen” (native solutions) sind nichts als betuliches Geschwätz und hochtrabende Drecksbegriffe für als Editorial versteckte Werbung. (Und auf ein Wort, Mr. Ripp, „branded content” und „native solutions” sind verschiedene Dinge und machen ein Plural im Verb notwendig. Ich glaube aber, wir können heute nicht viel mehr erwarten von einem Generaldirektor einer grossen Zeitschrift.)

Falls Sie glauben, dass diese Hurerei sich auf zweitklassige Medien beschränkt…

 

 

Viele Herausgeber, inklusive… der New York Times, haben aufgebaut, was im Grunde interne Agenturen sind um Anzeigen für Marken zu gestalten. Viele davon prahlen mit Erfolgsmeldungen, oder dem Versprechen davon.

 

 

Jennifer L. Wong, Präsidentin für Digital von Time Inc., sagt sie…

 

 

…helfen Marken darin, digitale Inhalte zu erstellen” und ergänzt, “Mit uns zu arbeiten ist einfach.

 

 

Erinnern Sie sich daran, als die neue Werbeindustrie sich der Verteidigung von Integrität und als Feinde unverantwortlichen Pferdedungs verpflichtet fühlten? Nicht so heute. Jetzt ist es so, dass wenn Sie Geld zum ausgeben haben, dann gilt „Mit uns arbeiten ist einfach.”

Die Times sagt, Online Werbung ist dabei TV zu überrunden als größtes und wichtigstes Verbrauchermedium. Andere Quellen behaupten, daß TV ungefähr um 25-30 Billionen größer ist als das Web. Welchen Zahlen Sie Ihren Glauben auch immer schenken wollen, es gibt eine Sache die unbestreitbar ist: Die schnelle und lockere Ethik des Internets hat alle anderen Medien infiziert.

Eine schreckliche Entwicklung für die Zivilgesellschaft und drohende Gefahr für demokratische Institutionen.

Unsere Nachrichten waren privat immer dem Druck heimtückischer Marketing Stricher ausgesetzt. Nie zuvor aber haben sie derart stolz ihre Tugenden vom höchst Bietenden ersteigern lassen.

Die einzigen noch größeren Narren als die, die behaupten „Werbung ist tot”, sind die Schwachköpfe die sagen, „der Verbraucher hat das sagen“.

 

 

Quelltext von Bob Hoffmannauf englisch lesen

 

Werbung frisst die Welt

 

 

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