Meinung
Die Meinung von Gareth Kay war schon die Jahre zuvor bestimmend und so freue ich mich für Ihre Markenbildung das Jahr mit einem an Kay angelehnten, bedeutenden Einblick zu eröffnen.

 

Unterschied ist auf Meinung aufgebaut, sieht aus als wären Stellungnahmen von einigem Wert. Wie kommen wir zurück auf die Bildung von rechthaberischen Marken?

 

In unzähligen Kundensitzung haben wir Marketingleute zu hören bekommen, daß die Äusserung von Meinungen riskant ist und sie nicht im Namen der Firma zu geschehen habe. Nein auch zu politischen Stellungnahmen. Und tatsächlich haben wir erlebt wie Marken und deren CEOs sich das Maul verbrannt haben.

Was wir aber ungleich öfter und weitverbreiteter erleben, ist das Marken nicht einzigartig sind und ihre Ansprüche, ihre Positionierung im Wesen und Wortlaut weder eindeutig noch voneinander zu unterscheiden sind.

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Das so beliebte Plus markiert den Zenith
an Faulheit und Gedankenlosigkeit der Dienstleister und des Handels.

 

 

Es klingt profan wie Marken sich darstellen und sich Firmen in einem Sumpf von Alleinstellugnsmerkmalen1 immer gleichen Wortlauts voneinander abzugrenzen suchen. Der Markeneintopf ist den Leuten Wurst.

 

Illustration:  Marc Rosenthal. ©The New Yorker

 

Noch als amtierender Kreativdirektor war mir aufgefallen, dass meine geliebten Kreativen oft ihre persönlicher Meinung zuhause lassen wenn sie in die Arbeit kommen und ihren Arbeitstag mit Handwerk verbringen, dass bar jeder Stellungnahme mir zunehmend mut- und wertlos erschien. Es fehlt also an individuellem Einsatz. So manchen guten Handwerker musste ich gehen lassen.

Ich hatte das Glück meinen Lohn von einer Reihe gefürchteter Arbeitgeber zu beziehen. Mit Karl Heinz Schwaiger in München angefangen, machte ich mir bei Ellie Dylan in New York schliesslich in die Hosen. Ein kleine Jüdin die mir bis zur Brust ging, verfolgte mich durch das Loft ihrer Firma und hämmerte mit Faustschlägen auf mich ein. Ellie Dylan, die ich auch Jahre später mit einem Vorschlag in New York besuchte, hatte sich von mir erhofft, dass ich mehr Meinung lautstark vertreten möge: „Wish you were more opinionated.”

Umso mehr uns die Neugierde umtreibt, desto wahrscheinlicher wird, dass wir eine Meinung haben.

Kay erzählt von der berühmten Geschichte von Ian Schwagers Nightclub. Ein Hintergrund der mehr als die Erfahrung mit Luxushotels zu einer ganz anderen Meinung über Hotels führte und dem Wert von Sozialisieren in Eingangshallen.

Ich liess mich zwei Jahre lang auf Designerhotels umbuchen und empfand zum eigenen Erstaunen den gewaltigen Unterschied, wie etwa die Partystimmung am helllichten Nachmittag im Eingang eines anempfohlenem Designerhotel in London. Mein Staunen über den auf einer völlig anderen Meinung basierenden Prada Laden in Soho NY. Oder der soziale Medienknaller von Burberry mit ‘the Art of Trench’. Der Wert von Meinung, Meinungsbildung und persönlicher Markenbildung für die Markenbildung kann nicht noch deutlicher gemacht werden als es die Dominanz von Donald Trump in den Medien vermag.

 

Donald Trump - Illustration/  Marc Rosenthal ©The New Yorker

Gentlemen prefer blondes

 

 

Der Wert von Meinung aber auch die Chronik darüber. Von jedem Arbeitsplatz bekommen Kreative hochinteressante Bücher in die Hände gedrückt, wie etwa die Geschichte von Publicis, mit seinem auf die Grundmauern niedergebombten Hauptsitz über dem Drugstore, dem Wiederaufbau nach dem Krieg und dann das grosse Feuer, wie es die Agentur ein zweites Mal auf die Grundmauern niederbrennt, als spannende Lektüre der Biographie von Marcel Bleustein-Blanchet. Ohne geschichtliche Bezugspunkte und Meinungen lässt sich Kontext nicht herstellen, Orientierungslosigkeit wird zur Norm inmitten einer Diarrhoe immer gleichen Ursprungs. Die unterlassener Technologien oder deren verkehrter Implementierung zur Aktualisierung des Wissenstransfers.

 

 

Ich helfe, wenn ich darf, mit der Gestaltung Ihres nächsten Geschäftsmodels. Schicken Sie mir Post.

 

 


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