Vor 2006 waren die lustigsten Gäste in Frankfurts Apfelwein Gaststädten die Bankangestellten, während die zahlreichen Angestellten der Werbeagenturen vergleichsweise, lange Gesichter machten. Heute wissen wir warum. Heute wird es nicht anders sein.

 

Banken waren in der neuen Welt angekommen und Werbeagenturen mit ihren Wirtschaftsklientel waren in der alten Welt zurück geblieben. Banken verdienen ihr Geld mit Transaktionen. Elektronische Transfers die technisch von Mechaniken aus dem Industriezeitalter losgelöst arbeiten und so gesehen virtuell funktionieren und expandieren. Wirtschaft und Werbung dagegen hatten auf dem Weg zur Bank nicht mehr gut lachen. Das Verhalten der Konsumenten änderte sich entsprechend der elektronischen Möglichkeiten und der Austausch der Konsumenten untereinander hat sich vom Blut und Boden Marktplatz ins Internet verlegt. Gleichsam gehen Immer größere Etats an immer kleinere Agenturen.

 

Amir Kassaei

Amir Kassaei Bildrechte Süddeutsche Zeitung © 2010. Alle Rechte vorbehalten.

 

Der Dialog der Werbebranche aber findet noch hinter der Firewall. mittels interner, von der Öffentlichkeit abgeschirmter E-Mail statt. Marketing aber ist keine Privatsache und gehört in den Diskurs der Öffentlichkeit. Erfolgreiche Unternehmen wie etwa der Marktführer Nike, arbeiten mit der Öffentlichkeit, nicht gegen sie. Seit jeher ist von der Demokratisierung der Marken, von dezentralisierten Kampagnen, von holistischer Werbung die Rede. Alles keine Raketenwissenschaft…

 

Mach Dich nackig

Um in den Sozialnetzen die Hosen an zu behalten, müssen Firmen sich nackig machen

 

 



…Nur muss erst noch der Schritt in die Öffentlichkeit getan werden. Produkte wollen auf die Strasse gebracht werden. Die statischen Webseiten der Hersteller und die der Agenturen müssen entsorgt, die Elfenbeintürme verlassen werden und schon treten wir hinaus ans Licht der Öffentlichkeit und lachen auf dem Weg zur Bank und in die Arbeit.

 

Björn Negelmann hat Stefanie Wagner-Fuhs von Sapient Nitro um ihre Einschätzung gebeten. Quelle: Fischmarkt

 

Marketing ist keine Privatsache und gehört in den Diskurs der Öffentlichkeit.

Boston Universität in den USA gibt nicht länger E-Mail Adressen an neue Studenten aus. Boston Universität hat festgestellt, dass die Studenten ihren Diskurs längst anderweitig abhalten und die E-Mail Adressen nicht länger Verwendung finden. Der Diskurs findet in den sozialen Medien und also im Licht der Öffentlichkeit statt.

 

Die US Agentur Mullen, hat als markt-erste Agentur seine statische Website entsorgt und macht mit einer dynamischen, auf WordPress CMS beruhenden, gesellschaftsfähigen [sociable] Website Furore. Chefkreativer Edward Boches sorgt mit enormer Umgetriebenheit für Popularität und Anerkennung in den Netzwerken. Unsere Wege kreuzen sich in verlässlicher Regelmässigkeit. Er ist mir auf den Fersen, ich bin ihm auf den Fersen.

 

Ans Licht der Öffentlichkeit

  • Konsumenten einbeziehen in die Entwicklung von Produkten und Kampagnen
  • Webseiten sozialisierbar machen oder gleich abschalten
  • Gleich einer Universität, ein Curriculum, einen Lehrplan zur Verfügung stellen, ohne den, Lernziele nicht zu erreichen sind. Die Londoner Kreativagentur Bartle Bogle Hegarty nennt ihren Lehrplan BBH Labs. Vorbildlich ist auch Agentur Denken des US Think Tank T3.
  • Für Deutsche Öffentlichkeitsarbeit ist Leo Burnett mit Cultural Fuel zugegen.
  • Ein scharfer Denker und lustiger Zeitgenosse ist auch Niko Lumma, Scholz & Friends sind mit wurst. In Lummaland bin ich regelmässig.
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    Es fehlt noch an Entschlossenheit und vertraglichem Übereinkommen die Geheimhaltungsvereinbarung & Verschwiegenheitsklausel bei Verträgen zu aktualisieren und der Zeit anzupassen.

     

    Solange wir nicht über das was wir tun reden dürfen, will auch kein rechtes Gespräch aufkommen.