Wie empfindet die reale Welt über die digitale Welt?
TNS wollte von 72 Tausend Leuten in 60 Ländern, mehr über deren Einstellung und Verhalten in Erfahrung bringen.
Mehr als die Hälfte glauben, dass das Internet ihnen dabei hilft, eine nähere Verbindungen mit anderen eingehen zu können. Brasilianer lieben Online chats, im Durschnitt haben die Brasilianer 481 online Freunde. 36% der Philippinen empfinden Online Freundschaften als zufriedenstellender. Mehr als die Hälfte der Nutzer sozialer Netzwerke, geben zu ihre Freunde auszuspionieren. Vielleicht ist das der Grund warum Europäer zurückhaltender sind im Umgang mit den Netzen. 97% der Dänen, bevorzugen Freundschaften im wirklichen Leben. Und was tut die online Welt in mehr als 3 Stunden pro Woche? Sie gehen shopping. Wir lieben virtuelles Windows Shopping. China hat die größte Anzahl an Kaufsüchtigen, sie verbringen 5 Stunden die Woche mit Online Shopping. China hat 8 Mio Online Shops. Bald ein Drittel davon befriedigen ihre Sucht mit mobilen Geräten. Viele glauben, dass das Internet es ihnen ermöglicht sich freier auszudrücken. Nahezu die Hälfte liest einen Blog pro Woche und etwa ein Drittel von uns blogt. Und warum kommentieren wir online? Wir lieben es anderen zu helfen und selbst Hilfe zu bekommen. Und manchmal wollen wir uns einfach nur beschweren. Und das sehr wirkungsvoll. Über die Hälfte der Leute, die Online Kommentare lesen glauben, dass ein einziger negativer Kommentar sie eine Marke hinterfragen macht, auch wenn der Kommentar vom anderen Ende der Welt kommt. Mehr über Online Gewohnheiten und Verhalten gibt es hier zu erfahren.
Cat Ballou handsigniert von DJ Rogers
Nach den Fakten, jetzt die Fiktion der Fachpresse der dt. Design Nation
Transparenz bei den Werbeinvestments ist die wichtigste Herausforderung für die Werbewirtschaft im kommenden Jahr, lese ich auf Werben und Verkaufen.
Wie bitte? Die Werbewirtschaft soll endlich die Probleme ihrer Kunden lösen und nicht länger interne Organisationsprobleme und Orientierungslosigkeit diskutieren.
Uwe Becker, Mediachef von Unilever und Vorsitzender der OWM meint gar: „Die Zeit der blinden Online-Euphorie ist vorbei‟. Becker fordert ROI, eine Forderung die jedes Jahr wieder, als der grosse Paukenschlag inszeniert wird und in einen irrelevanten Streit ausbricht, welches Medium messbarer ist, Fernsehen oder Internet.
McDonalds hat die Frage nach Messbarkeit und Return on Investment für alle zufriedenstellend mit Mein Burger beantwortet, hier einzusehen.
Uwe Becker’s Forderung lenkt die dt. Wirtschaft davon ab, Tatsachen zu schaffen, die möglichst gut für möglichst viele sind.
Ideen die tun, in der Lage, unser Leben besser machen.
Nun hat OWM eine Website, die statisch ist, wie eine Druckvorlage und die im Gegensatz zu zur Website von TNS, keine Einblicke oder Lösungsvorschläge zum Diskurs zu vermitteln im Stande ist.
Wie kann ich einem Verein mein Vertrauen schenken, der 2011 mit einer Website aus den 90er Jahren, Vorbild sein will?
Mit WuV habe ich von jeher meine Schwierigkeiten. GameOne auf Viva bietet dem Marketing-Praktiker mehr Einblicke zur Planbarkeit der Wirtschaftsentwicklung.
Ich bin erleichtert zu wissen, dass 3 dt. Bloggerinnen, Nicole Simon, Romy Mlinzk und Valerie über das Ereignis in München berichten werden. Eine weitere Anlaufstelle ist idealogues von Kristina Häusler von der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart
Ich erhielt zwar noch eine Einladung, das Ereignis übersteigt nur aber meine Möglichkeiten um ein vielfaches. So werde ich mich bei den Dreien und sonstwo kundig machen und Freitag von der DLD Women berichten können. Kein Freund von Clubs oder Vereinen, Kollaboration aus freien Stücken aber ist chic. Einträge zu Cindy Gallop gibt es hier.
„Die Zeiten haben sich geändert, wenn man sich die Digitalisierung der Welt ansieht, da passiert gerade eins, dass die Leute allwissend werden. Ich kann als Marketer keine hohlen Versprechen mehr abgeben, da ich in Echtzeit entlarvt werde.‟
Zwei Sätze von Amir Kassaei genügten, um die Situation der Werbebranche für ein breites Fernsehpublikum greifbar zu machen.
Die Werbe-Ära mit ihren schönen Bildern, lustigen Sprüchen und netten Witzchen ist für DDB-Kreativchef Amir Kassaei definitiv vorbei. Wer überleben will, muss zum kreativen Unternehmens-berater werden.¹
NIchts von der von Assimilierer Kassaei, berechtigter und dringend notwendiger Forderung ist neu. Er muß in seiner Rolle als führender dt. Kreativer seine Forderung unermüdlich wiederholen bis dass Taten folgen von Seiten der Kommunikation und Wirtschaft. Die Blogosphäre möge Amir das nachsehen. Der Erfolg gibt Kassaie und seiner zuvor darbenden DDB recht und wird mit bestechenden Praxisbeispielen [VW The Fun Theory] für die dt. Wirtschaft vorgelebt.
Der frühe Erfolg der US Kreativagentur Nitro etwa beruhte auf der Forderung von Gründer Chris Clarke, dass Agenturen kreative Geschäftspartner ihrer Kunden sind. Das war 2007. Nitro wurde an Sapient verfüttert und gute Kommunikationsideen wurden dem technokratischen Tagesgeschäft von Sapient geopfert (wobei mir als Aussenseiter, CCO Gaston Legorburu’s Einfluss nicht ersichtlich ist). Nicholas Negroponte Bestseller, Digitales Sein [erfolgsheischend unter dem Titel ‚Total Digital‛ erschienen] war vor 16 Jahren erschienen und an Industrie Entscheider gerichtet. Kein Entscheider hat je sein Buch gelesen oder daraus Konsequenzen gezogen. Deutschland hat mit Prof. Dr. Peter Kruse einen fähigen, artikulierten Marketingpraktikanten vorzuweisen, der vieles hier vorweggenommen hat. Marketing in Deutschland wird als ein Nischengeschäft ohne soziale Brissanz gehandelt und von der allgemeinen Presse inkl. Brand Eins ignoriert. Die Schule der Kommunikation aber geht uns alle an.
¹ ADC Festschrift Brissanz 2.2.2009
Eine erste gefeierte Ausnahme bildet der brillante und ungemein charmante Auftritt von Amir Kassaei im NDR, bei dem er wie zufällig spontan auch Bezüge schuf zu den Anwesenden (Schauspielerin Hannelore Elsner, Dr. Helmut Ploog). Die Sendung war wie bei Marshall McLuhan Demonstration des Mediums als Botschaft und welch enorme Rolle das Einbringen unseres Selbstverständnisses dabei einnimmt, unserer Branche Magie zurückzubringen.
Wohl wissend dass ‘secret sauce’ ein grosser Schmarrn ist und jede Marketingtat als Ausnahme zu handhaben ist, schliesse ich meine Einträge nicht gerne ohne Lösungsbeitrag:
Keine Agenturarbeit darf auf dem Markt erscheinen, ohne aussichtsreiche Eignung, unserer Branche Magie zurückzubringen.²
Ideen müssen Ideen die tun sein. Es geht nicht um die Ideen die wir für die Wirtschaft haben. Es geht darum was die Leute mit den Ideen tun.³
Nicht nur auf Kundenbelange konzentrieren, aber auf unser ganz eigenes Selbstverständnis als Kreative und Mitglieder der Werbebranche.
In eigener Sache
Amir Kassaei geht als Kreativer Offizier für DDB nach New York. Ich komme von dort, bin kreativer Offizier und ich bin hier und frei verfügbar.Senden Sie mir eine Nachricht.
² Cindy Gallop entlehnt
³ Gareth Kay von Goodby Silverstein & Partners, SF
„Wie keine andere Agentur in Deutschland hat McCann Substanz und die Voraussetzungen dafür, um in den nächsten Jahren in vielerei Hinsicht neue Maßstäbe zu setzen‟ Ganz recht Peter Roos, McCann wird nicht nur die eigene Transformation gewinnbringend demonstrieren wollen, aber der deutschen Werbebranche, den für unser post-digitales Zeitalter unumgänglichen Wandel ermöglichen. Den Taten folgen neue Geschäftsmodelle und im Tun erlernt McCann auf natürliche Weise Solidarität mit dem Konsumenten, auf das dieser es der Werbebranche, speziell McCann im Laufe der Zeit mit wachsendem Vertrauen dankt.
Erich Reuter, Chef Kreativer von McCann in München gar nicht blöd bei einem aktuellen Telefonat: „McCann versteht sich als eine medienneutrale Agentur.‟ McCann-Patriarch Helmut Sendlmeier spricht lt. WuV von einem „Transformationsprozess‟. Es geht um Zukäufe und um die Digitalisierung. Darüber hinaus geht es grundliegend um Orientierung. Um die Kultivierung zum digitalen Sein aller Beteiligten, Klientel und Verbraucher inbegriffen.
Schweigen ist Gold bis das die Gespräche sich den vollbrachten Taten zuwenden.
Mit heutiger Groundswell Post kam ein Verweis auf die von Forrester Research unternommene Marktforschung für 2010. Forrester ergänzte die Marktanalysen erstmals um die Kategorie der guten Gesellschafter [„Conversationalists‟]. Konzipiert, um die kurzen, schnellen Gespräche zu erfassen, die jetzt auf Twitter stattfinden und durch Facebook Status aktualisierungen. 30 Prozent der Europäer in den Sozialnetzen beteiligen sich an schnellen, allgemeinen Gesprächen.
Die Beteiligung der Schöpfer in den Sozialnetzen und nämlich der Anteil der aktiv beteiligten Europäer, die sich mit der Erstellung von Inhalten (Blogs, Videos, Photos) in den sozialen Netze verdient machen, ist in die vergangenen 2 Jahre nicht größer geworden. Der Anteil der Kritiker, also solcher, die sich mit Kommentare auf Blogs und in den Netzwerken beteiligen ist gerade mal um ein Prozent angewachsen.
Die Annahme von sozialer Medien nimmt weiter zu: 68% nutzen soziale Technologien jeden Monat. Im Vorjahr waren es 61%. Der Nutzen von Sozialmedien ist deutlich gewachsen von 30% in 2009 zu 41% in 2010.
Die Bedeutung des mobilen Marketing nimmt weiter zu.
Die Beteiligung der Schöpfer (Blogs, Videos, Photos) flacht ab.
Schrumpfende Zahl derer, die sich festlegen wollen
Zunehmende Beteiligung guter Gesellschafter mit immer knapperen und dafür schnelleren Austauschmitteln
Wachsende Zahl digitaler Besucher, weniger digitale Bewohner
Diese Exaltiertheit machte die Werbung so attraktiv das sieht man auch in Mad Men.
Heute mein Freund, ist es Sein nicht Schein was zählt
Düsseldorf (RPO). Die amerikanische Erfolgsserie “Mad Men” startet demnächst im deutschen Free-TV. ZDF Neo strahlt die Geschichten rund um Don Draper, den Mitarbeiter einer Werbeagentur im New York der frühen 1960er Jahre, ab dem 6. Oktober aus. Deutsche Fans können sich freuen: Die Drama-Serie wurde erst kürzlich zum dritten Mal in Folge mit einem Emmy prämiert. Wie Helmut Sendlmeier, einer der ganz grossen der Deutschen Werbebranche sich in Erinnerung ergeht seht ihr hier.
Es soll ja die Geschichte von Jerry Della Femina sein, dem ich einige Male im Coffee Shop begegnete und der mich an Ungestüm und Vehemenz an Karl Heinz Schwaiger erinnert, ehedem Gründer und Chef der Münchener Sportive, meiner ersten Agentur. Heinz Schwaiger bewirkte mit seinem Völkl Zebra Skidesign, dass Farbe auf die Skipisten kam und ein psychedelisches Rauschen in die Köpfe der Sportindustrie.
Immer schon bedurfte es einer gesunden Portion an Wahnsinn, um in der Wirtschaft etwas voranzubringen. Das ist heute nicht anders und es gibt reichlich Praxisbeispiele, junger Nervenkranker die dafür sorgten, dass nichts mehr so ist wie es einmal war [Steve Jobs, Mark Zuckerman usw.].
Matthias Storath
Als Deutsche Werbebranche brauchen wir nur zu akzeptieren, dass mit dem ohnehin anerkannten Top Kreativen, Amir Kassaei, sowohl ein Paradiesvogel der alten Schule [Mad Men = Madison Avenue Men] und nämlich ein Pfau oder Trumpeter Swan wie David Ogilvy seine Kreativ Direktoren bezeichnete, ein formidables Vorbild die Fahne schwenkt mit Ideen die tun.
Wichtiger noch ist zu akzeptieren, dass dieses ganze Image nicht länger gefragt ist und der Junge oder das Mädchen von Nebenann, jemand wie Du und ich – dass nurmehr das Volk selbst uns weiterbringt. Image hängt zum Halse heraus und die Menschen wollen nur noch eins, sie selbst sein. Das erklärt auch die Sehnsucht nach Authentizität. Wobei ich Kassaei als durch und durch authentisch verstehe und Exzentrik achte.
Werbeagenturen werden heute von Verwaltern… verwaltet …nicht geführt. Das wiederum erklärt warum immer größere Etats an immer kleinere Agenturen gehen und auch Mad Men als Abgesang auf die Werbung zu verstehen ist.
Wichtiger noch, als In Amir Kassaei das Deutsche Kreativvorbild zu sehen, ist sein Paradebeispiel mit VW’s The Fun Theory, auch wenn es nicht aus Deutschland entstammt aber von DDB Stockholm ist. Es gilt zu entdecken, dass The Fun Theory aus fröhlichen Ideen besteht und dass dies Ideen sind die tun.
Für die Rolle des Kreativchefs wird der Trompeterich Schwan erwartet, doch Matthias Storath erscheint
Auf Werbeblogger werde ich erst wieder auf Nico Lumma aufmerksam, dann auf Peter Wippermann. Nico’s Video will zu unser aller Beruhigung beitragen, die wir uns ums transformieren sorgen.
Als Nachtrag auf die remix 09, hier drei Trends, die Peter Wipperman im Vorjahr herausstellte und die alle drei Nutzenorientierung demonstrieren:
Freiheit, die sich über Technologie definiert,
als freier Zugang zu technischen Netzwerken. Marlboro Freiheit, Abenteuer ist nicht gemeint.
Erfolg, der über Teilen definiert wird.
Die sich aus dem Teilen wie Mitteilen ergebende Resonanz und der Nutzen werden als Erfolg gewertet.
Familie, die extrem negativ besetzt ist
und zwar nicht weil man es sich nicht wünscht aber weil man Angst davor hat. Zweckmässige, kurzfristige Zusammenkünfte sind gewünscht, die sich über die Dauer eines gemeinsamen Projekts definieren. „Es gibt nichts was zu verlassen sich nicht lohnte‟ und nämlich Thomas Palzer’s Worte drängen sich mir auf.
„Trends sind Arbeitsbegriffe der sich entwickelnden Zukünfte. Sie benennen gemeinsame Anpassungsstrategien an eine sich verändernde Umwelt. Sie sind Bindungsangebote ohne Institutionen und ersetzen Traditionen. Trends und Gegendtrends bieten widersprüchliche Alternativen auf dieselbe Herausforderung. Sie kennzeichnen eine Entwicklungsdynamik von sieben bis zehn Jahren. Trends unterscheiden sich von Moden durch ihre langsame Verbreitung. Moden sind die kurzlebigen Indikatoren für Trends.‟
Peter Wippermann
Datenflusssteuerung
Lernen und nämlich gute wie schlechte Erfahrungen machen, ist eine, uns in die Wiege gelegte, Überlebensstrategie, die gerade jetzt alle Aufmerksamkeit verdient. 1934 verfasste Abraham Maslow ein Papier mit Titel: ‚Die Theorie menschlicher Motivation‛. Selbst-Aktualisierung, persönliches Wachstum und Erfüllung nahm darin den obersten Stellenwert ein. Alles geschieht zur rechten Zeit, am rechten Ort.
Das Merkel Phänomen, die Fussball Weltmeisterschaft, fröhliche Geselligkeit und sportliche Fairness haben vor nicht allzulanger Zeit dafür gesorgt, dass Deutschland allerorts Anerkennung und Wiederaufnahme fand in die Weltgemeinschaft. Die beiden Weltkriege scheinen verziehen und die Reputation wieder hergestellt.
Peter Kruse demonstrierte auf der re:publica 2010, wie hilflos sich digitale Besucher und digitale Bewohner gegenüberstehen und verkündet beharrlich:
„Das Internet zu nutzen oder nicht zu nutzen ist keine Glaubensfrage sondern eine Frage sinnvoller Zukunftsorientierung und praktischer Vernunft.‟
Gerade erst nahmen Deutsche Agenturen den Löwenanteil der Europäischen Auszeichnungen nach Hause und Doyle Dane Bernbach weist mit The Fun Theory und ‚Ideen die tun‛ den Weg aus der Misere für die schwächelnde Deutsche Werbeindustrie.
via retaildesigndiva
Jeff Jarvis nimmt die Reise nach Berlin auf sich, um auf der re:pulica 2010, das Deutsche Privatsphären Paradox, mit gesundem Humor zu erläutern: „Wenn wir uns zuviele Sorgen darüber machen, unsere Privatsphäre zu schützen, dann setzen wir die Vorteile von Öffentlichkeit und Transparenz aufs Spiel, die uns das Internet bietet. Mein Argument ist, dass wir, die Öffentlichkeit, bewahren müssen was öffentlich ist.‟
IPA definierte im Vorjahr aus London heraus 10 Sozialprinzipien. Die Deutsche Fassung findest Du hier.
Schliesslich war es der gute Gareth Kay, Chefstratege von Goodby, Silverstein and Partners, der mit ‚ideas that do‛ und einem amüsanten Vergleich von Pfau und Laubenvogel, der Werbeindustrie den kürzesten Weg aus der kreativen Schockstarre weisst: „Es ist nicht was wir tun, es ist was die Leute mit dem tun was wir tun‟
Morgen findet in Wiesbaden der erste Social Media Summit statt. Vijay Iyer, Manager Social Media, Broadcast & Visualization von Opel hält einen Vortrag.
Mit Google Street View, Facebook, der Unmittelbarkeit von Dienstleistungen und den Wert der Öffentlichkeit aber hat Deutschland seine Mühen. Es droht die Entgleisung in ein Europäisches China.
Werbung ist tot. Die Spatzn pfeifen es von den Dächern. Wir stochern einigermassen lustlos in der sich abkühlenden Asche konventioneller Werbung. In Vorstellungsgesprächen habe ich reichlich Agenturen kennengelernt, die ohne Orientierung, im Denken der alten Welt verhaftet, wenig anzufangen wissen mit einem Hybriden wie mir. Wir meinen dieselben Dinge, bewerten sie jedoch unterschiedlich. Der digitale Besucher [Du] und der digitale Bewohner [ich], wir stehen uns hilflos gegenüber. Auch sehnt sich der Besucher, der er seine alte Welt nie verlassen hat, nach dem, ihm aus seiner alten Welt vertrauten Abbild eines Chefkreativen. Derweilen hiess es bei Barak Obama, der Führungspersönlichkeit unserer Zeit : ‚Yes We Can‛. Von ‚Yes I Can‛ war keine Rede.
Angela Merkel entsprach Anfang 95 gewiss nicht den Vorstellungen einer Kanzlerin. Wie auch? Frau Merkel ist die erste Bundeskanzlerin in der Geschichte der Bundesrepublik. Ich war 1995 verantwortlicher Kreativer für die vorgezogene Bundestagswahlkampagne und es freut mich meinen Beitrag geleistet zu haben, einen Pfau wie Gerhard Schröder aus dem Amt zu vertreiben.
Dieser Eintrag fasst unvermeidliche Trends zusammen, die vier Winde die unsere Industrie in ein und dieselbe Richtung treiben. Zwei Praktiken werden aufgezeigt, die Deiner Agentur auch dann die Transformation ermöglichen wenn von neuem Denken noch lange keine Rede sein kann.
Die Lösung vorweg
Es braucht nicht viel um unabwendbare Trends zu erkennen. Das Erkannte in Anwendung zu bringen ist gleichsam unschwer. Wir müssen die scharfe Wende im Verhalten der Konsumenten akzeptieren und dem uralten Wunsch nachgeben mit jedem Streich etwas zu schaffen, das sowohl dem Konsumenten, wie auch der Agentur und seinen Kunden, das Leben leichter macht. Ein Streich dann soll es sein. Gerne auch ein Schildbürgerstreich [siehe Amir Kassaei, Nicholas Roope]. Gareth Kay, Chefstratege von Goodby, Silverstein & Partners hat das magische Tu-Wort vorweggenommen. Seine so charmante wie überzeugende Weisung bietet die pragmatische, hemdsärmelig praktische Seite einer universellen Lösung, unsere Industrie zum besseren zu wenden. Mit dem Begattungsritual der Laubenvögel macht Gareth Kay plausibel und jedenfalls bildlich greifbar, wie die Werbeindustrie von der Natur lernt. Wir sollen dem Liebesspiel der Laubenvögel Beachtung schenken und praktisch werden, anstatt wie bisher, dem Pfau gleich, mit Marken Kampagnen, ein Rad nach dem anderen zu schlagen, in der Annahme es genüge ein hübsches Bild abzugeben. Anstatt ein Rad zu schlagen, wie der Pfau es tut und auf die Henne attraktiv wirkt (indem er genetisch mehr Augen im Pfauenrad aufzuweisen hat als der Wettbewerb). Der Laubenvogel dagegen baut ein prachtvolles Nest und offeriert dem Weibchen ein Fertigheim von unmittelbarem, tatsächlichen Nutzen:
Transformation leicht gemacht: ‚Ideen die tun'
Eine Idee die tut.
Gareth Kay, Director of Digital Strategy, Goodby, Silverstein and Partners.
Der Gedanke führt zum nächsten, so dass wir auch davon loslassen wollen, noch länger auf den Erlöser zu warten, Amir Kassaei, Deutschland’s anerkannter Top Kreative hat mit VW und Spaßtheorie bereits vorgemacht wie auch hierzulande wirksam sind. Seine Agentur DDB führt die Liste erfolgreicher Deutscher Agenturen und das trotzt Weltwirtschaftskrise.
Schliesslich erinnert auch Prof. Dr. Peter Kruse, wie eingangs erwähnt, in einem Video Interview daran, dass Barak Obama ja auch nicht die Losung Yes I Can ausgegeben hat, die Losung lautet: Yes We Can. Das Video zu Peter Kruse’s famosen re:publica 2010 Vortrag, auf den sich mein Eintrag bezieht, findest Du hier:
Unaufhaltsame Trends waren und sind:
Desktop Revolution
Globalisierung
Hipster Bewegung
Digitales Sein
Die Mutter allen Übels war die Desktop Revolution [digitale Revolution] und ist es noch. Nicht nur werden unsere Rechner und dergleichen Spiel- & Werkzeuge immer handlicher aber auch die physische Welt fügt sich dem Mooreschen Gesetz und alles, inklusive Dienstleistungen schrumpft und wird verfügbarer und flexibler gestaltet. Warum dann, sollten nicht auch die Dienstleistungspakete der Werbeindustrie sich dem Trend anpassen? Das ganze Markenbildungs-Brimborium kann elegant und zeitgemäss in Form von digitalen Fußspuren schneller, günstiger und messbar angeboten werden. Gemäß der Mooreschen Gesetzmäßigkeit, die besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmäßig verdoppelt. Unter Komplexität verstand Gordon Moore, der das Gesetz 1965 formulierte, die Anzahl der Schaltkreiskomponenten auf einem Computerchip. Gelegentlich ist auch von einer Verdoppelung der Integrationsdichte die Rede, also der Anzahl an Transistoren pro Flächeneinheit. Dieser Technologiefortschritt bildet eine wesentliche Grundlage der als „digitalen Revolution“ bekannten Intervalen. Ich sag Desktop Revolution dazu, gemeint ist, dass der von Kraftwerk besungene Taschenrechner, den Weg in die Hosentasche fand, ausgehend von grossen Mainframe Rechnern in rückwärtigen Büros über die Tischplatten des Arbeitplatzes.
In Folge der Desktop Revolution entwickeln sich intensivere globale Beziehungen der Märkte und auch das Bewusstsein für’s Lokale wird intensiviert. Dass jeder Tante Emma Laden vom globalen Bewusstsein profitieren und über die nächste Kreuzung hinaus bekannt und geschätzt werden kann ist hinlänglich bekannt. Mein Ziel ist es das Leistungspacket einer Agentur auf seinen realen Nutzen zu schrumpfen und die Agenturleistung für den gesamten Markt und nicht nur für ein Dutzend an Fortune 500 Klientel interessant zu machen. Mit skalierbarer Leistungspaketen auf Volumen gehen und vor lauter Profit ganz deppert werden wie Herr Österreicher von der Münchener Lithoanstalt Österreicher und Wagner sich ausdrückte. Jede neue Agentur hat eine bodenständige, recht eigenständige Idee davon was sie unter neuer Werbung versteht . Der Demokratisierung der Marke folgt die der Dienstleistung.
Heute behelfen sich einige der Deutschen Weltklasse TV Spots um mit Hipster Musik ein passendes und ergreifendes Ambiente zu schaffen. Beispiele findest Du hier. Seit vielen Jahren mische ich Terra Bytes an Musik-Kompilationen der größten Jugendbewegung seit der Hippie Bewegung. In den USA gelang es Billigproduktionen, die den Geist der Hipster Bewegung reflektierten, den Wettbewerb an üblichen Blockbuster Filmtiteln an Ticketverkäufen zu überbieten. Elizabethtown, Juno, Little Miss Sunshine… Die Hipster Kultur spiegelt Tendenzen eines Profils, das auch die Wende im Verhalten der Konsumenten erklärt. Ein längst überfälliges Forschungsprojekt für unsere Marktforschung. Den Wunsch nach Authentizität verdanken wir der Hipster Bewegung. Hipster arbeiten mit dem was sie haben, mit ihrer Stimme, ihren Inhalten und dem Instrument das zu spielen sie sich beigebracht haben. Lady Gaga ist das Gegenteil von Hipster. Jedem Trend folgt ein ebenso mächtiger Gegentrend.
Digitales Sein bildet auch 15 Jahre nach Herausgabe von Nicholas Negropontes’ Standardwerk ‚being digital‛ eine gemein schwere Hürde für unsere Industrie, die es nun aber zu nehmen gilt, solange es unser Ziel ist, die Zukunft der Kommunikation mitzugestalten. Prof. Dr. Peter Kruse famoser Auftritt bei re:publika 2010 bestätigte vieles beider digitaler Dekaden und begründete in bestem Deutsch die Ursache der Stagnation in der Kommunikationsbranche. Digitale Besucher und digitale Bewohner stehen sich hilflos gegenüber indem der Besucher glaubt er sei informiert, da er schliesslich alles mitbekomme und für wichtig empfinde gerade wie es der eingelebte Bewohner tut. Beide stehen sich hilflos gegenüber da sich beide kontrahenter Bewertungen bedienen. Eine durch und durch auswegslose Situation. Für den Bewohner sind die Wertungen des Besuchers Potemkinsche Dörfer, für den Besucher sind die Werte des Bewohners böhmische Dörfer. Der Bewohner kann nicht zurück er kann nicht entdigitalisiert werden, er würde zu Staub zerfallen. Der Besucher aber kann schadlos zum Bewohner werden und muss dies nun auch. Die Frage sein oder nicht sein, stellt sich nicht länger, tatsächlich lautet die Frage der wir uns stellen müssen: Digitales sein oder nicht sein.
Transformation leicht gemacht: Curriculum
‚Ideen die tun’
Lehrplan
Die Tatsache, das es sich um stille Revolutionen handelt, also um natürlich stattfindende Entwicklungen oder Evolutionen, kommt uns gelegen und entgegen. Wir brauchen nur einen Fuss vor den anderen setzen und die Schrittfolge ergibt sich, der nächste Schritt empfielt sich in Folge des ersten. Nachdem Amir Kassaei, gemäß seiner Rolle als Deutschland’s Top Kreativer den ersten Schritt mit fun theory tat, sind alle Agenturen aufgefordert, seinem Beispiel zu folgen und ‚Ideen die tun’ auf den Markt zu bringen. Amir Kassaie und DDB schulden wiederum der Deutschen Werbebranche nachhaltige und dauerhafte Gründe, ihm und seiner DDB weiterhin Glauben zu schenken. Damit kommen wir zur zweiten praktischen Anwendung zur Unterstützung von ‚Ideen die tun’.
Gerade wie Universitäten seit jeher ein Curriculum unterhalten, ohne das Lehrziele nicht zu erreichen sind, müssen Deutsche Werbeagenturen einen Lehrplan ins Leben rufen und fortan mit Leben füllen:
• alle Beteiligten [stakeholder], Kunde, Agentur, Zulieferer, also auch der Konsument werden in den Innovationsprozess mit eingebunden
• statischen Websites der Agenturen werden auf ein dynamisches Content Management System [CMS] aufgesetzt und sozialisierbar gemacht
• Mach Dich nackig ohne die Hosen herunterzulassen
Nämlich ist auch der Lehrplan keine Raketenwissenschaft, aber kann mit einem einfachen Multi-User Blogsystem wie Typepad, WordPress etc. erstellt werden, zumal was die Technologie betrifft. Schon bald werden wir den Blogging-Lehrplan, ein blogging curruculum als selbstverständlich voraussetzen und solche Agenturen kein Vertrauen schenken, die hinter dem Berg halten. Erfolgreiche Kreativagenturen wie BBH in London nutzen immer schon die Vorteile von Blogging um ihre Ideen und Heransgehensweisen für alle Beteiligten transparent zu gestalten und um sich und andere auf der Spur und auf dem Laufenden zu halten. Siehe BBH Labs. Eine sorgsam integrierten Lehrplan findest Du hier. Gay Gaddis besitzt mit ihrem T3 Think Tank, die erfolgreichste von einer Frau gegründete und geführte neue Agentur in den USA.
Die Deutsche Kommunikationsbranche erwartet sich nun von Doyle Dane Bernbach, eine kontinuierliche Berichterstattung und Nachberichterstattung zu VW Funtheorie inklusive Zahlen und Statistiken, um Skeptiker in Unterstützer zu wandeln und um derer Spitzenposition auf dem Deutschen Markt gerecht zu werden.
Spiegel Online, Focus.de, Brand Eins tun gut daran einen Aggregator zur Verfügung zu stellen, der täglich oder stündlich eine Kompilation aller Marketingblogs auswertet. Auch kein dummer Gedanke für Agenturen mit Führungsanspruch.
Die Zukunft jenseits der Marken—Lovemarks 10 Jahre danach
Lovemarks wurde vom US Magazin als eine der 10 besten Ideen der Dekade ausgezeichnet. Andere, herausragende Ideen waren, Konsumenten Kontrolle, Marken Journalismus, Marken Hilfsprogramme, Kollektive Intelligenz, Marketingspezialist als Media, verdiente Medien, Long Tail, Tipping Point and Madison & Vine.
Eine Dekade nachdem Kevin Roberts Lovemarks [trustmarks] in der September 2000 Ausgabe von Fast Company vorstellte, hatte die Industrie bereits Schlagseite und begann rücklings zu treiben in der Flut, die mit dem drastischen Wandel im Verhalten der Konsumenten einsetzte und Marken rasch an Ansehen verloren. Anstatt in eine Depression zu fallen. liess ich mich tragen von neuer Schaffensfreude und war begeistert von der Möglichkeit, dass sich Werbung zum besseren wendete. Selbst ein verdienter Marken Advokat, dauerte es ewig bis ich kapieren wollte, wohin die Reise geht und was es für Agenturen und die zu betreuenden Marken zu tun gilt um ständigen Erfindungsgeist zu gewährleisten und kontinuierlich neue Bedeutung für die Marken zu schaffen (die Bauernweisheit, nämlich die eigene Frau in ihrer Blüte und darüber hinaus zu schwängern will mir nicht aus dem Kopf).
Allem voran war Lovemarks eine Idee die was tut, nämlich als Hilfsmittel für Neugeschäft sorgen: Im September 2006 überantwortete JC Penney der Agentur ihren $640 Etat und gab öffentlich zu verstehen, das die Entscheidung stark beeinflusst war von Mr. Roberts’ Lovemarks Idee, seinem Buch und der Philosophie.
Mit dem Lovemarks Effekt als geheime Zutat für Saatchi & Saatchi, wurde offensichtlich und in einem AdAge Interview von Kevin Roberts bekräftigt, dass die Zukunft von Saatchi & Saatchi davon abhinge, dass Lovemarks selbst zum Lovemark¹ wird, selbes gilt für Saatchi & Saatchi.
¹’ideas that do’ Gareth Keith, Goodby, Silverstein & Partners
Die Zukunft der Kommunikation jenseits der Werbung
Forschungen schön und gut. Alles was es zu erfahren gab, erfuhr ich von Unbekannten in deren Blogs und nicht etwa über die hierfür zuständige Deutsche Fachpresse. Erst kürzlich trafen 3 Einblicke aufeinander:
Prof. Dr. Peter Kruse demonstriert mit einer Auswertung von 200 Dauernutzern, wie unser Verständnis dem Internet gegenüber sich zwar deckt aber völlig unterschiedlich bewertet wird. Wir sind uns einig wie wir die Netze nutzen wollen aber beurteilen diesen Nutzen völlig unterschiedlich. 2 Gruppen dominieren, nämlich digitale Besucher ‘digital visitors‘ und digitale Bewohner ‘digital natives. Der Schluss liegt nahe, dass digitale Besucher die Mehrheit unserer Werbeindustrie und den Flaschenhals ausmachen, der ein Weiterkommen erschwert und uns alle in gefährliche Schräglage bringt. Der zunehmend reife [sophistizierte] Konsument, der immer zahlreicher als digitaler Bewohner auftritt lässt sich von einem unerfahrenen digitalen Besucher nichts sagen.
Eine banale wie einfache, praktische Lösung bot sich an seitens Gareth Key von Goodby, Silverstein & Partners als dieser ‘Ideen die was tun’ [ideas that do'] prägte. Ich will die Ärmel hochkrempeln und mit neuer Schaffensfreude im Tagesgeschäft Fallbeispiele gestalten jetzt da ohnehin alles zu meiner vollsten Zufriedenheit geschieht.
Die Desktop Revolution hält inne bevor sie die Transformation unserer Werbeindustrie bewirken wird: Keine Werbedienste die in die Hosentasche und für geschrumpfte Geldbeutel passend gemacht wurden, wie etwa das Offerieren von digitalen Fußspuren als Dienstleistung
Aufruf an alle die in der Werbung zuhause sind, im Digitalen ansässig zu werden
15 Jahre nachdem Nicholas Negroponte”s Verlag ‘being digital’ und also digitales sein unter dem abstossend saloppen Titel Total Digital veröffentlichte, müssen heute digitale Besucher den Sprung schaffen und zu digitalen Bewohnern werden. Keine digitalen Fußspuren – Keine Lovemarks.
Michael Samak, Patricia Zimmermann, Burkhart von Scheven, Stephan Zilges, Géza Unbehagen, Karl Bates, Michael M. Maschke, Sebastian Schier, Marion Huwatscheck, Holger Lutz, Bernd Adams, Pascal Schaub, Philippe Meyer, Yann Lohezic, Pedro Simko, Derek Green…
Behalte diesen Eintrag im Auge um zu erfahren wie die Geschichte sich fortsetzt und wie Proktor & Gamble Marken zu Lieblingsmarken [lovemarks] jenseits der Vernunft werden mit denkbar einfachen Handgriffen seitens Saatchi & Saatchi.
“Obama never said ‘yes I can’, he said ‘yes we can’” - Unser Deutscher Wandel-Beführworter Peter Kruse über Netzwerke
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