Wenn sich jede Generation in ungewohnter Umgebung wiederfindet.
Wenn dem ein Ende gesetzt wird, dass uns Behaglichkeit verschaffte.
Wenn was vom Vater verloren wurde dem Sohn verloren geht.
Hätte es dann ganz anders kommen können?
Wenn ein klein wenig Beschaulichkeit von Nöten ist, dann kannst Du Dich hier mit hervorragender Cinematographie selbst aktualisieren und in unter 3 Minuten wieder hier sein. “Empathy works”, bemerkte mein Kollege, Matthew Mayes und wandte sich seinen Geschäften zu.
Aus dem Nichts – inmitten von zweckreicher Marketingeinblicke des BBH Labors – ertönte die Stimme eines Vogels nach Mitternacht und lange vor dem Morgengrauen, in einem Eintrag von Jim Carrol, Vorsitzender von Bartle Bogle Hagerty in London. Und ganz richtig, ich kann den Vogel auch hören.
Ein experimenteller Dokumentarfilm von Robert-Persons, der die Zeichen des Verlustes und des Wandels im amerikanischen Süden als kraftvolle Metaphern des persönlichen und Kollektivschicksals erwägt. Diesen Sommer im Kino.
Wildpfade werden zu Indianerpfaden, werden zu Landstrassen.
Damals wollten die Leute schnellere Pferde von Henry Ford, nicht Autos. Heutzutage wollen die Leute sich vormachen, dass menschliche Einmischung jenseits von der Natur geschieht. Der Mensch ausserhalb von der Natur steht. Falsch gedacht. Mit dem Menschen als Teil der Natur, müssen wir sogar die Vorkommnisse in Fukushima, in ihrer Tragik als natürliches Vorkommnis gelten lassen. Der Dokumentarfilm aber heisst im Original, General Orders und nicht General Motors.
In In Jim Carrol’s Worten: ”Ich bin erleichtert zu wissen, dass während wir auf die Zukunft zulaufen, wir wildlebende Tiere mit uns auf den Weg nehmen können.”
Eine letztes Mal hinunter in den Kaninchenbau bevor alles zugepflastert ist.
Um mit dem beschleunigenden Metabolismus der Menschlichkeit noch zurecht zu kommen, ist anempfohlen von der Natur zu lernen, wie die Natur ja auch von uns zu lernen scheint. Du brauchst nur einmal eine Krähe beim Überqueren einer Strasse in Deiner Nachbarschaft zu beobachten oder die in die Berliner Nachbarschaften zur bequemeren Nahrungsaufnahme einfallenden Wildsäue.
Die womöglich beste Metapher aber entdecken wir beim bionischen Mann, Gareth Kay in Was die Werbung vom Paarungsverhalten der Vögel lernen kann.
In weiterer Anlehnung an Jim Carrol’s umsichtigen Worte: “Ich mochte immer den Gedanken, dass Wandel eine soziale, kollektive Angelegenheit ist. Das wir es vorziehen uns gemeinsam zu ändern mit der Rückversicher-ung der Gemeinschaft, selbst dann, wenn die Gemeinschaft sich in eine andere Richtung verändert.”
Wie neue Talente ihre Portfolio besser anlegen können
Kürzlich erschien ein Eintrag auf BBH Lab mit der Frage ob neue Talente in der Werbung sich falsch darstellen. Bartle Bogle Hegarty’s Laborblogger wendeten sich wie schon oft, an die Leser für Hilfe, um diese Frage in Folge einiger, verständnisvoller Kommentare, zu beantworten. Diesmal baten sie William Burks Spencer, der gerade über hundert Kreativdirektoren befragt hatte, nach welchen Kriterien sie Mappen beurteilen. Das Ergebnis wurde in einem Buch zusammengefasst mit dem Titel: Breaking In, ein Buch über die Gestaltung einer Mappe mit der Du eingestellt wirst. Auschnitte aus dem Buch findest Du auf der begleitenden Website.
Via Saneel Radia, BBH Labs.
Autor: William Burks Spencer (@wspencer), Freier Texter
In den frühen Neunzigern, stand ich in Boston, USA vor einem Gebäude, das die Worte in die dunkle Mamorverschalung über dem Glaseingang eingraviert hatte: „Wir bauen einen Rechner, der stolz auf uns sein wird.‟
Die Desktop Revolution, die das Mooresche Gesetzt in jede Ecke und Nische der Realität unseres Alltags trieb, hatte ihre Wirkung vor weniger als einer Dekade begonnen.
Mit dem Ereignis von Singularität, soll künstliche Intelligenz unserer menschlichen Intelligenz ergänzen und dazu verhelfen mit immer häufiger auftretenden, immer komplexeren Aufgaben zurecht zu kommen. Das birgt gleichermassen Gefahren wie Vorteile, jeweils in nicht gekanntem Ausmaß. Mit der Singularität nahen auch wirkliche Lösungen für unsere, sich rapide häufenden Probleme.
Mit dem Menschen als Teil der Natur, ist auch diese Entwicklung als organische, natürlich Entwicklung zu begreifen. Zweifler und Pessimisten werden Singularität mit national-sozialistischer Eugenik in Verbingung bringen und verhindern wollen.
In den frühen Neunzigern, artikulierte der Mathematiker und Sci-Fi Schriftsteller Vernor Vinge allen voran, die Verwendung dieser Terminologie, er beginnt seinen Versuch wie folgt: Innerhalb von dreißig Jahren, sind wir der technologische Möglichkeiten habhaft, übermenschliche Intelligenz zu erstellen. Kurz darauf, wird die menschliche Era enden.
Wir wurden von der noch unvollendeten Desktop Revolution in die post-digitale Dekade befördert. Was hält die Zeit nach der Transformation für uns bereit?
Kurzweil schreibt, dass der Trend von exponentialem Wachstum, auf Grund der Paradigma Verschiebung, das Mooresches Gesetz ausdehnen wird von den integrierten Schaltungen auf frühere Transistoren, Vakuumröhren, Relais und elektromechanische Rechner. Er sagt voraus, dass das exponentielle Wachstum fortfährt, und das in wenigen Dekaden die Rechenkraft aller Rechner, die des menschlichen Gehirns übertreffen wird, übermenschliche, künstliche Intelligenz wird zeitgleich in Erscheinung treten.
Ich packe hier in Aschaffenburg zusammen. Schon morgen bin ich in meiner Geburtsstadt München. Nämlich in unmittelbarer Nähe des Waisenhauses dem ich entstamme. Dort bewohne ich mit meiner Jugendfreundin und zukünftigen Frau eine kleine Dachkammer in einem ehemaligen Spital in Nymphenburg. Hier rasch noch Übersetzung von Gelerntem in der womöglich weltbesten Kreativagentur Bartle Bogle Hegarty von Ben Malbon. Ben, verabschiedet sich somit von BBH.
Was zählt ist der Mensch und nur der
Der Mensch ist wichtiger noch als der Kunde, wichtiger als das Team, wichtiger noch als imposante Gebäude, clevere Kleidung oder vornehme Titel; er ist tatsächlich wichtiger noch als Ideen. Grossartige Ideen passieren einfach wenn die richtigen Leute zusammen gebracht werden und geschickt gehandhabt werden. Die einzige Aufgabe, die dem Agenturmanagement zufällt, ist andere zu finden, zu halten, geschickt zu organisieren und zu inspirieren. Wenn das Management das nicht tut, dann sind sie Teil des Problems.
Keiner von uns ist so gut wie wir alle
Ein von Bogle geprägter Klassiker, der heute nicht wahrer sein könnte. Vermeide Prima Donnas koste es was es wolle. Wie Calle Sjoenell [CEO des Google Etat] anmerkt, ‚kein Ego, kein Drama‛.
Bitte um Entschuldigung, nicht um Erlaubnis
Die Leute die den Unterschied ausmachen, sind tendenziel jene die keine Genehmigung ersuchen. Sie sind meist auch nicht die beliebtesten. Selten sind sie die am meisten ausgezeichneten. Aber sie sind die wertvollsten. Wenn Du Dich dazu bewegen kannst es mit ihnen auszuhalten, werden sie zu Deiner Geheimwaffe. Es ist besser sie in Deinem Team zu haben als im Team eines anderen.
Was Ehrfurcht gebietet erzeugt Furchtsamkeit
Der Abgrund zwischen wirklich Gutem und Aussergewöhnlichem ist mit Angst angefüllt. Wenn Du Dich soweit bringst, dass es für Dich höchst unkomfortable wird, dann bist Du auf dem richtigen Weg. Wenn es sich einfach nur ganz gut anfühlt, dann musst Du einiges zulegen.
PowerPoint ist der Feind allen Ehrfurcht gebietenden
Es existiert ein umgekehrtes Verhältnis zwischen der Anzahl von Power Point Präsentationen die von einem Team erstellt werden und den beiden Komponenten, der Quatlität der Arbeit und dem Ausmass an Freude.
Gib alles weg
Sei grosszügig im Umgang mit Ideen, beim kreditieren, mit Gelegenheiten und wichtiger noch sei grosszügig im Umgang mit Deiner Zeit. Sei gleichsam versichert, dass Deine Grosszügigkeit Dir zugute kommt, wenn es auch nicht wirklich darum geht.
Tu weniger, aber mach es besser
Wir sind bemüht und tun zuviel, weil wir nicht aufrichtig mit uns sind, mit dem was wir am besten können und wir sind nicht aufrichtig mit unseren Kunden über unseren Fähigkeiten. Eine der ungenannten Rollen der Etatplanung ist es alles zu destillieren, alles zu vereinfachen und Fokusierung anzuregen; Unsinniges zu entsorgen, oder dem Unsinn auch nur die geringste Chance zu geben. Strategie ist die Kunst Opfer zu bringen (die Kunst des Verzichts).
Wir können nicht ständig beste Freunde sein
Wenn wir nicht leidenschaftich lieben was wir tun, sollten wir einpacken und die Agentur verlassen. Wenn Du niemanden für die meiste Zeit aufregst, wirst Du als Mittelmaß enden. Ich meine mit Aufregen auch Kunden, aber womöglich ist es intern angebrachter.
Bilde und liebe Dein Netzwerk
Es ist nicht notwendig ein Büro mit all den besten Leuten zu teilen, um mit den besten zu arbeiten und von ihnen zu lernen. Mit ein wenig Glück teilst Du ein Büro mit einigen davon (ich hatte mehrmals das Glück). Als Mel und ich BBH LABS starteten, hatten wir keine Ahnung davon eine so starke Gruppe an Unterstützern und Beratern zu bekommen. Wir wissen noch immer nciht wie uns geschah. Aber sie, – nicht wir, haben das Lab geschaffen.
Stell sicher das es auch Spaß macht
Es ist alles nur ein riesengrosses Spiel. Ein Spiel nach vorgegebenem Thema wie Thomas Meinecke vor 25 Jahren feststellte.
Ein Aggregator soll Praxisbeispiele von Ideen die tun konsolidieren. Orientierung für Wirtschaft und Werbung bieten und die Transformation ermöglichen. Sponsoren sind willkommen und gefordert die Verbreitung aktiv zu unterstützen.
Als Reaktion auf Gareth Kay’s Aufruf zur Transformation bei AAAA’s Jahreskonferenz Anfang März, bin ich entschlossen mit Hilfe unserer Werbebranche einen Aggregator online zu bringen für die Werbebranche, so dass wir uns auf Gareth’s Vorschlag konzentieren, der beides ist, generelle Lösung und pragmatischer Aufruf zu handeln. Wir als Werbebranche müssen Ideen produzieren die tun.
Wenn wir als Wirtschaftzweig, Ideen die tun produzieren müssen, dann müssen wir uns auf einige dramatische Änderungen einlassen. Änderungen nicht einfach indem was wir produzieren. Wir müssen unsere Philosophie, Prozeduren, und unser Verhalten ändern. Wir müssen unsere Annahmen ändern wie wir glauben dass Kommunikation funktioniert, unseren tägliche Arbeit ändern, ändern wie wir bezahlt werden und unsere Meinung darüber ändern was eine grosse Idee ausmacht.
Ideen die tun
„Es ist nicht was wir tun, es ist was die Leute mit dem tun was wir tun‟—Gareth Kay
Die Masse an Online-Inhalten wächst exponentiell. Die meisten Nutzer haben mindestens drei Online-Profile, ob in Sozialen Netzwerken, beim Micro-Bloggen oder für diverse Newsportale. Die schiere Menge an Inhalten, die dabei abfällt, muss sich irgendwie managen lassen. Die einzigen, die noch Ordnung in das Chaos bringen können, sind sogenannte Content-Aggregatoren. Der Bedarf für das Filtern und Verwalten von Inhalten ist enorm. Auf alle, die hierfür einen guten und benutzerfreundlichen Dienst auf den Markt bringen, wartet ein Riesengeschäft.
Abgesehen von den hohen Kosten für Zeit, Energie und Können, um Ideen die tun zu schaffen, ist es notwendig, ja imperativ, dass wir sofort damit beginnen, denn wenn wir es nicht tun, dann befürchte ich das wir riskieren, irrelevant für unsere Kunden und was schlimmer noch wäre, dass wir Gefahr laufen, in der Leute Leben noch weniger willkommen geheissen zu werden.
Aufruf zur Transformation
Lass uns als Werbebranche wie Laubenvögel sein. Lasst uns Marken bilden, die sich dem Leben anpassen und fit für’s Leben gemacht sind, sich mit dem Leben weiterentwickeln und Werte schaffen in einer post-digitalen Welt.
Lasst uns ins Geschäft kommen Kommunikationsprodukte zu schaffen und aus dem Geschäft aussteigen einfach nur Produkte zu kommunizieren.
Klassik Kreative
Klassik Kreative sind gut darin etwas herumzureissen und grossartige Arbeit zu leisten, sowie sie ein Muster zu sehen bekommen und für sie greifbar wird worum es geht. Genau das soll der Aggregator bewirken.
ideasthatdo.com Frühes Geschmacksmuster
Aggregator fördert Kreativität
Lässt Dich Deine Ideen die tun ausstellen
Beweist Konzepte mit Darstellung der Zahlen
Stimuliert Deine Agentur und ihre Kunden mit handfesten Ideen die tun
Entschlossene Kollaborateure gesucht
Für Fragen stehe ich liebend gerne zur Verfügung und freilich wäre ich erleichtert zu wissen, dass Du mit mir bei der Erkenntnis angekommen bist, dass Ideen die tun eine für uns alle gewinnbringenden Abkürzung ermöglicht, verloren geglaubten Respekt und Anerkennung für unsere Werbebranche weiterhin in Anspruch zu nehmen und wieder zu erlangen. Sende Post oder hinterlass einen Kommentar.
Wunschliste aktiver Unterstützung aus jeweilig, starkem Eigeninteresse
Vor 2006 waren die lustigsten Gäste in Frankfurts Apfelwein Gaststädten die Bankangestellten, während die zahlreichen Angestellten der Werbeagenturen vergleichsweise, lange Gesichter machten. Heute wissen wir warum. Heute wird es nicht anders sein.
Banken waren in der neuen Welt angekommen und Werbeagenturen mit ihren Wirtschaftsklientel waren in der alten Welt zurück geblieben. Banken verdienen ihr Geld mit Transaktionen. Elektronische Transfers die technisch von Mechaniken aus dem Industriezeitalter losgelöst arbeiten und so gesehen virtuell funktionieren und expandieren. Wirtschaft und Werbung dagegen hatten auf dem Weg zur Bank nicht mehr gut lachen. Das Verhalten der Konsumenten änderte sich entsprechend der elektronischen Möglichkeiten und der Austausch der Konsumenten untereinander hat sich vom Blut und Boden Marktplatz ins Internet verlegt. Gleichsam gehen Immer größere Etats an immer kleinere Agenturen.
Der Dialog der Werbebranche aber findet noch hinter der Firewall. mittels interner, von der Öffentlichkeit abgeschirmter E-Mail statt. Marketing aber ist keine Privatsache und gehört in den Diskurs der Öffentlichkeit. Erfolgreiche Unternehmen wie etwa der Marktführer Nike, arbeiten mit der Öffentlichkeit, nicht gegen sie. Seit jeher ist von der Demokratisierung der Marken, von dezentralisierten Kampagnen, von holistischer Werbung die Rede. Alles keine Raketenwissenschaft…
Um in den Sozialnetzen die Hosen an zu behalten, müssen Firmen sich nackig machen
…Nur muss erst noch der Schritt in die Öffentlichkeit getan werden. Produkte wollen auf die Strasse gebracht werden. Die statischen Webseiten der Hersteller und die der Agenturen müssen entsorgt, die Elfenbeintürme verlassen werden und schon treten wir hinaus ans Licht der Öffentlichkeit und lachen auf dem Weg zur Bank und in die Arbeit.
Björn Negelmann hat Stefanie Wagner-Fuhs von Sapient Nitro um ihre Einschätzung gebeten. Quelle: Fischmarkt
Marketing ist keine Privatsache und gehört in den Diskurs der Öffentlichkeit.
Boston Universität in den USA gibt nicht länger E-Mail Adressen an neue Studenten aus. Boston Universität hat festgestellt, dass die Studenten ihren Diskurs längst anderweitig abhalten und die E-Mail Adressen nicht länger Verwendung finden. Der Diskurs findet in den sozialen Medien und also im Licht der Öffentlichkeit statt.
Die US Agentur Mullen, hat als markt-erste Agentur seine statische Website entsorgt und macht mit einer dynamischen, auf WordPress CMS beruhenden, gesellschaftsfähigen [sociable] Website Furore. Chefkreativer Edward Boches sorgt mit enormer Umgetriebenheit für Popularität und Anerkennung in den Netzwerken. Unsere Wege kreuzen sich in verlässlicher Regelmässigkeit. Er ist mir auf den Fersen, ich bin ihm auf den Fersen.
Ans Licht der Öffentlichkeit
Konsumenten einbeziehen in die Entwicklung von Produkten und Kampagnen
Webseiten sozialisierbar machen oder gleich abschalten
Gleich einer Universität, ein Curriculum, einen Lehrplan zur Verfügung stellen, ohne den, Lernziele nicht zu erreichen sind. Die Londoner Kreativagentur Bartle Bogle Hegarty nennt ihren Lehrplan BBH Labs. Vorbildlich ist auch Agentur Denken des US Think Tank T3.
Für Deutsche Öffentlichkeitsarbeit ist Leo Burnett mit Cultural Fuel zugegen.
Ein scharfer Denker und lustiger Zeitgenosse ist auch Niko Lumma, Scholz & Friends sind mit wurst. In Lummaland bin ich regelmässig.
Es fehlt noch an Entschlossenheit und vertraglichem Übereinkommen die Geheimhaltungsvereinbarung & Verschwiegenheitsklausel bei Verträgen zu aktualisieren und der Zeit anzupassen.
Solange wir nicht über das was wir tun reden dürfen, will auch kein rechtes Gespräch aufkommen.
Werbung ist tot. Die Spatzn pfeifen es von den Dächern. Wir stochern einigermassen lustlos in der sich abkühlenden Asche konventioneller Werbung. In Vorstellungsgesprächen habe ich reichlich Agenturen kennengelernt, die ohne Orientierung, im Denken der alten Welt verhaftet, wenig anzufangen wissen mit einem Hybriden wie mir. Wir meinen dieselben Dinge, bewerten sie jedoch unterschiedlich. Der digitale Besucher [Du] und der digitale Bewohner [ich], wir stehen uns hilflos gegenüber. Auch sehnt sich der Besucher, der er seine alte Welt nie verlassen hat, nach dem, ihm aus seiner alten Welt vertrauten Abbild eines Chefkreativen. Derweilen hiess es bei Barak Obama, der Führungspersönlichkeit unserer Zeit : ‚Yes We Can‛. Von ‚Yes I Can‛ war keine Rede.
Angela Merkel entsprach Anfang 95 gewiss nicht den Vorstellungen einer Kanzlerin. Wie auch? Frau Merkel ist die erste Bundeskanzlerin in der Geschichte der Bundesrepublik. Ich war 1995 verantwortlicher Kreativer für die vorgezogene Bundestagswahlkampagne und es freut mich meinen Beitrag geleistet zu haben, einen Pfau wie Gerhard Schröder aus dem Amt zu vertreiben.
Dieser Eintrag fasst unvermeidliche Trends zusammen, die vier Winde die unsere Industrie in ein und dieselbe Richtung treiben. Zwei Praktiken werden aufgezeigt, die Deiner Agentur auch dann die Transformation ermöglichen wenn von neuem Denken noch lange keine Rede sein kann.
Die Lösung vorweg
Es braucht nicht viel um unabwendbare Trends zu erkennen. Das Erkannte in Anwendung zu bringen ist gleichsam unschwer. Wir müssen die scharfe Wende im Verhalten der Konsumenten akzeptieren und dem uralten Wunsch nachgeben mit jedem Streich etwas zu schaffen, das sowohl dem Konsumenten, wie auch der Agentur und seinen Kunden, das Leben leichter macht. Ein Streich dann soll es sein. Gerne auch ein Schildbürgerstreich [siehe Amir Kassaei, Nicholas Roope]. Gareth Kay, Chefstratege von Goodby, Silverstein & Partners hat das magische Tu-Wort vorweggenommen. Seine so charmante wie überzeugende Weisung bietet die pragmatische, hemdsärmelig praktische Seite einer universellen Lösung, unsere Industrie zum besseren zu wenden. Mit dem Begattungsritual der Laubenvögel macht Gareth Kay plausibel und jedenfalls bildlich greifbar, wie die Werbeindustrie von der Natur lernt. Wir sollen dem Liebesspiel der Laubenvögel Beachtung schenken und praktisch werden, anstatt wie bisher, dem Pfau gleich, mit Marken Kampagnen, ein Rad nach dem anderen zu schlagen, in der Annahme es genüge ein hübsches Bild abzugeben. Anstatt ein Rad zu schlagen, wie der Pfau es tut und auf die Henne attraktiv wirkt (indem er genetisch mehr Augen im Pfauenrad aufzuweisen hat als der Wettbewerb). Der Laubenvogel dagegen baut ein prachtvolles Nest und offeriert dem Weibchen ein Fertigheim von unmittelbarem, tatsächlichen Nutzen:
Transformation leicht gemacht: ‚Ideen die tun'
Eine Idee die tut.
Gareth Kay, Director of Digital Strategy, Goodby, Silverstein and Partners.
Der Gedanke führt zum nächsten, so dass wir auch davon loslassen wollen, noch länger auf den Erlöser zu warten, Amir Kassaei, Deutschland’s anerkannter Top Kreative hat mit VW und Spaßtheorie bereits vorgemacht wie auch hierzulande wirksam sind. Seine Agentur DDB führt die Liste erfolgreicher Deutscher Agenturen und das trotzt Weltwirtschaftskrise.
Schliesslich erinnert auch Prof. Dr. Peter Kruse, wie eingangs erwähnt, in einem Video Interview daran, dass Barak Obama ja auch nicht die Losung Yes I Can ausgegeben hat, die Losung lautet: Yes We Can. Das Video zu Peter Kruse’s famosen re:publica 2010 Vortrag, auf den sich mein Eintrag bezieht, findest Du hier:
Unaufhaltsame Trends waren und sind:
Desktop Revolution
Globalisierung
Hipster Bewegung
Digitales Sein
Die Mutter allen Übels war die Desktop Revolution [digitale Revolution] und ist es noch. Nicht nur werden unsere Rechner und dergleichen Spiel- & Werkzeuge immer handlicher aber auch die physische Welt fügt sich dem Mooreschen Gesetz und alles, inklusive Dienstleistungen schrumpft und wird verfügbarer und flexibler gestaltet. Warum dann, sollten nicht auch die Dienstleistungspakete der Werbeindustrie sich dem Trend anpassen? Das ganze Markenbildungs-Brimborium kann elegant und zeitgemäss in Form von digitalen Fußspuren schneller, günstiger und messbar angeboten werden. Gemäß der Mooreschen Gesetzmäßigkeit, die besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmäßig verdoppelt. Unter Komplexität verstand Gordon Moore, der das Gesetz 1965 formulierte, die Anzahl der Schaltkreiskomponenten auf einem Computerchip. Gelegentlich ist auch von einer Verdoppelung der Integrationsdichte die Rede, also der Anzahl an Transistoren pro Flächeneinheit. Dieser Technologiefortschritt bildet eine wesentliche Grundlage der als „digitalen Revolution“ bekannten Intervalen. Ich sag Desktop Revolution dazu, gemeint ist, dass der von Kraftwerk besungene Taschenrechner, den Weg in die Hosentasche fand, ausgehend von grossen Mainframe Rechnern in rückwärtigen Büros über die Tischplatten des Arbeitplatzes.
In Folge der Desktop Revolution entwickeln sich intensivere globale Beziehungen der Märkte und auch das Bewusstsein für’s Lokale wird intensiviert. Dass jeder Tante Emma Laden vom globalen Bewusstsein profitieren und über die nächste Kreuzung hinaus bekannt und geschätzt werden kann ist hinlänglich bekannt. Mein Ziel ist es das Leistungspacket einer Agentur auf seinen realen Nutzen zu schrumpfen und die Agenturleistung für den gesamten Markt und nicht nur für ein Dutzend an Fortune 500 Klientel interessant zu machen. Mit skalierbarer Leistungspaketen auf Volumen gehen und vor lauter Profit ganz deppert werden wie Herr Österreicher von der Münchener Lithoanstalt Österreicher und Wagner sich ausdrückte. Jede neue Agentur hat eine bodenständige, recht eigenständige Idee davon was sie unter neuer Werbung versteht . Der Demokratisierung der Marke folgt die der Dienstleistung.
Heute behelfen sich einige der Deutschen Weltklasse TV Spots um mit Hipster Musik ein passendes und ergreifendes Ambiente zu schaffen. Beispiele findest Du hier. Seit vielen Jahren mische ich Terra Bytes an Musik-Kompilationen der größten Jugendbewegung seit der Hippie Bewegung. In den USA gelang es Billigproduktionen, die den Geist der Hipster Bewegung reflektierten, den Wettbewerb an üblichen Blockbuster Filmtiteln an Ticketverkäufen zu überbieten. Elizabethtown, Juno, Little Miss Sunshine… Die Hipster Kultur spiegelt Tendenzen eines Profils, das auch die Wende im Verhalten der Konsumenten erklärt. Ein längst überfälliges Forschungsprojekt für unsere Marktforschung. Den Wunsch nach Authentizität verdanken wir der Hipster Bewegung. Hipster arbeiten mit dem was sie haben, mit ihrer Stimme, ihren Inhalten und dem Instrument das zu spielen sie sich beigebracht haben. Lady Gaga ist das Gegenteil von Hipster. Jedem Trend folgt ein ebenso mächtiger Gegentrend.
Digitales Sein bildet auch 15 Jahre nach Herausgabe von Nicholas Negropontes’ Standardwerk ‚being digital‛ eine gemein schwere Hürde für unsere Industrie, die es nun aber zu nehmen gilt, solange es unser Ziel ist, die Zukunft der Kommunikation mitzugestalten. Prof. Dr. Peter Kruse famoser Auftritt bei re:publika 2010 bestätigte vieles beider digitaler Dekaden und begründete in bestem Deutsch die Ursache der Stagnation in der Kommunikationsbranche. Digitale Besucher und digitale Bewohner stehen sich hilflos gegenüber indem der Besucher glaubt er sei informiert, da er schliesslich alles mitbekomme und für wichtig empfinde gerade wie es der eingelebte Bewohner tut. Beide stehen sich hilflos gegenüber da sich beide kontrahenter Bewertungen bedienen. Eine durch und durch auswegslose Situation. Für den Bewohner sind die Wertungen des Besuchers Potemkinsche Dörfer, für den Besucher sind die Werte des Bewohners böhmische Dörfer. Der Bewohner kann nicht zurück er kann nicht entdigitalisiert werden, er würde zu Staub zerfallen. Der Besucher aber kann schadlos zum Bewohner werden und muss dies nun auch. Die Frage sein oder nicht sein, stellt sich nicht länger, tatsächlich lautet die Frage der wir uns stellen müssen: Digitales sein oder nicht sein.
Transformation leicht gemacht: Curriculum
‚Ideen die tun’
Lehrplan
Die Tatsache, das es sich um stille Revolutionen handelt, also um natürlich stattfindende Entwicklungen oder Evolutionen, kommt uns gelegen und entgegen. Wir brauchen nur einen Fuss vor den anderen setzen und die Schrittfolge ergibt sich, der nächste Schritt empfielt sich in Folge des ersten. Nachdem Amir Kassaei, gemäß seiner Rolle als Deutschland’s Top Kreativer den ersten Schritt mit fun theory tat, sind alle Agenturen aufgefordert, seinem Beispiel zu folgen und ‚Ideen die tun’ auf den Markt zu bringen. Amir Kassaie und DDB schulden wiederum der Deutschen Werbebranche nachhaltige und dauerhafte Gründe, ihm und seiner DDB weiterhin Glauben zu schenken. Damit kommen wir zur zweiten praktischen Anwendung zur Unterstützung von ‚Ideen die tun’.
Gerade wie Universitäten seit jeher ein Curriculum unterhalten, ohne das Lehrziele nicht zu erreichen sind, müssen Deutsche Werbeagenturen einen Lehrplan ins Leben rufen und fortan mit Leben füllen:
• alle Beteiligten [stakeholder], Kunde, Agentur, Zulieferer, also auch der Konsument werden in den Innovationsprozess mit eingebunden
• statischen Websites der Agenturen werden auf ein dynamisches Content Management System [CMS] aufgesetzt und sozialisierbar gemacht
• Mach Dich nackig ohne die Hosen herunterzulassen
Nämlich ist auch der Lehrplan keine Raketenwissenschaft, aber kann mit einem einfachen Multi-User Blogsystem wie Typepad, WordPress etc. erstellt werden, zumal was die Technologie betrifft. Schon bald werden wir den Blogging-Lehrplan, ein blogging curruculum als selbstverständlich voraussetzen und solche Agenturen kein Vertrauen schenken, die hinter dem Berg halten. Erfolgreiche Kreativagenturen wie BBH in London nutzen immer schon die Vorteile von Blogging um ihre Ideen und Heransgehensweisen für alle Beteiligten transparent zu gestalten und um sich und andere auf der Spur und auf dem Laufenden zu halten. Siehe BBH Labs. Eine sorgsam integrierten Lehrplan findest Du hier. Gay Gaddis besitzt mit ihrem T3 Think Tank, die erfolgreichste von einer Frau gegründete und geführte neue Agentur in den USA.
Die Deutsche Kommunikationsbranche erwartet sich nun von Doyle Dane Bernbach, eine kontinuierliche Berichterstattung und Nachberichterstattung zu VW Funtheorie inklusive Zahlen und Statistiken, um Skeptiker in Unterstützer zu wandeln und um derer Spitzenposition auf dem Deutschen Markt gerecht zu werden.
Spiegel Online, Focus.de, Brand Eins tun gut daran einen Aggregator zur Verfügung zu stellen, der täglich oder stündlich eine Kompilation aller Marketingblogs auswertet. Auch kein dummer Gedanke für Agenturen mit Führungsanspruch.
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Über mich
Ich bin Mark Sargent, ich habe keine Ideen für Werbung, ich mache Werbung für Ideen. Wie Nicolas Roope mache ich Sachen, nicht Werbung für Sachen. Deine Unterstützung ist willkommen: