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Staunen

1. Oktober 2011

Den Abend gesellte sich ein Mann zu unserem Tisch beim Grosswirt, der mit eigener Firma, erfolgreich vertikale Software für das Verlagswesen entwickelt und vertreibt. Er steht im Wettbewerb mit SAP.

Nachdem er mir seine Geschichte erzählt hatte, gewährte er mir Einblicke in das Geschäftsgeheimnis.

Im Grunde unterscheidet sich seine Geschichte nicht von der meinen. Wir hatten beide früh damit begonnen unser Leben von Rechnern verändern zu lassen zugunsten unserer Karrieren. Und beide hatten wir unsere frühen Schlüsse gezogen vom Objekt orientierten Denken der Entwickler und die damit verbundene Umstellung der Herangehens- und Denkweise für unsere Zwecke zu nutzen. Und nein, er hat keinen gelben Lambourghini auf dem Firmenparkplatz stehen und ich bin wie immer froh, wenn ich zu essen habe.

Wir wollen rasch lernen unsere Verantwortung, insbesondere die damit verbundenen Risiken zu akzeptieren. Die Netze und der Wettbewerb halten es uns vor Augen, es geht immer noch besser und wir tun gut daran uns ranzuhalten.


 

Helmut’s Geschäftsgeheimnis

zzzmnjki17 StaunenDas Geschäftsgeheimnis, der Schlüssel zum Erfolg eines Softwareunter-nehmens ist, wie Helmut erklärte, Risikominder-ung. Es erklärt sich mir so, dass um bei einem grossen Verlag in die engere Wahl genommen zu werden, mit dem Ziel dessen Software zu entwickeln, muss ich, um vor Rivalen den Zuschlag zu bekommen, mein Versprechen glaubwürdig zu begründen wissen und das Versprechen heisst: „Null Risiko.‟

Es ist nicht so, dass die deutsche Wirtschaft ausschliesslich risikoscheu oder beratungsresistent wäre, ebenso wenig wie Geiz, Neid und Vorsicht vornehmlich deutsche Eigenschaften sind.

Richtig ist, Franzosen und Italiener geben das Geld bedenkenloser aus für gutes Essen, weswegen erstaunlich, viele Zutaten aus Deutschland, in deren Länder exportiert werden und da der Binnenmarkt nicht als lukrativ gilt, hierzulande nicht länger verfügbar sind.

Freilich gibt der Erfolg Helmut recht. Ich werde die mir verbleibende Lebenszeit von ca. 30 Jahren, nun aber nicht belasten wollen, mit Vorurteilen oder Erfolgsfaktoren, die ich für überkommen einstufe. In Helmut’s Denken ist der Wurm drin, es ist so 90er Jahre als würde der Hund vom Schwanz gewackelt werden und ohne Aktualisierung kommen wir hier nicht weiter.

Nur Staunen machen, minimiert das Risiko. Die Leute sind herangereifter [sophistizierter] als Fachleute es wahrhaben mögen. Ohne Reiz des Neuen geht nichts mehr.
 
Neugier Staunen
 

Was macht eine Marke sexy?

Cindy Gallop, der BBH London, die erfolgreiche Expansion nach New York verdankt, weiss eine so schnippische, wie erstaunlich treffende Antwort: „Risiko Bereitschaft macht eine Marke sexy‟.

Der aktuelle Blog Eintrag des BBH Labs kommt mir entgegen und publizierte nachfolgende Folien, die helfen sollen, greifbar zu machen, dass wir Abstand nehmen sollen von unserem gewohnten Auffassungen, um ein minimales lebensfähiges Produkt zu denken und auf den Markt zu bringen. Ein Produkt, das nicht Angst und Befürchtungen zum Ausgangspunkt hat, sondern Freude und ein gesundes Selbstverständnis.


 

 

Alles über das dritte Google Firestarters Ereignis hier auf Neil Perkin’s blog.
Ein wenig John Wilshire Prosa zum Thema gibt es hier.


 

Wie systematisiere ich sexy für ein neues Geschäftsmodell?

Wie mache ich es begehrlich ohne selbstgefälliges, betuliches Geschwätz?

Die Antwort lesen wir bereits in Mel Exxon’s Präsentation. Wir kommen bei der Entwicklung rasch zu dem Punkt an dem der potenzielle Kunde sich aus freien Stücken entscheiden wird. Er wird etwas entdecken, das ihm von Nutzen erscheint und ja oder nein sagen.

Schwanger oder nicht schwanger.

Wie bewege ich mich als Agentur und seine Kunden von Aktion zu Aktion ohne lästigen Übergang? Wie demonstriere ich Anspruch und Glaubwürdigkeit zeitgleich? Wie zeige ich simultan was werden soll und was daraus wurde, wenn beides doch zeitlich aufeinander folgt?

Hinweise finde ich beim Parkour und bei Elizabeth Slam in Brooklyn mit SLAM (Streb Lab for Action Mechanisch). Nicht wie zu Schulzeiten gelernt, den Hindernissen, ausweichen aber akzeptieren und drauf los gehen. Nach links und rechts ausweichen, macht das Ziel versäumen und nicht am Ziel ankommen.


 

 

 

Aus dem Staunen nicht mehr rauskommen

Die aktive Marke, die also kontinuierlich neue Bedeutung für sich zu schaffen versteht, erhöht ihre Chancen wahrgenommen zu werden und ins Gespräch zu kommen exponentiell, wenn sie sich die Öffentlichkeitsarbeit leicht zu machen versteht und z. B. die Konnektivität und Skalierbarkeit der sozialen Netze nicht nur zu nutzen aber zu automatisieren versteht.

Nicht aber, indem sie den Leuten auf Facebook hinterher läuft, aber indem die Marke, Besserung relevant zu kommunizieren und zu liefern lernt [erst probieren dann skalieren] und Besserung inklusive Beweisführung unmittelbar zu einem Erlebnis macht.

Wie das bei einem Wettbewerb aussieht, hat McDonalds mit „Mein Burger‟ unlängst, deutschlandweit demonstriert. Hier haben alle benötigten Aktionen unmittelbar, gleichzeitig ohne lästige Übergänge und Wartezeiten stattgefunden: Die Wettbewerbs Ausschreibung mitsamt der Siegerwahlen. Ein grosser Erfolg bei dem die Leute aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen sind und an dem, inaktive Zuschauer wie aktiv Beteiligte die Freude miteinander teilten ohne notwendigerweise gebrauch zu machen vom Nutzen der Sozialnetzwerke.

Bei Niederschrift meiner Systematisierungs- und Automatisierungsgedanken amüsierte der wiederkehrende Rechtschreib-Vorschlag „Parkour‟ mit „Parkuhr‟ auszutauschen.

 

 

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