BUNTE.de-Redakteurin Luise Wackerl in ihrer Seitenblick Sendung

BUNTE.de-Redakteurin Luise Wackerl in ihrer Seitenblick Sendung

 

 

In der Vergangenheit hat sich ein neuer, gewinnbringender Industriezweig gebildet um einen grossen, neuen Bedarf zu stillen:

 

 

Mit einem Mal musste jeder eine Webseite haben

Grosse, mittelständische Unternehmen, Familienbetriebe, aber auch omnipräsente Prominente, alle mussten eine Webseite haben. Luise Wackerl, gar nicht dumm, stellt mit ihrer Sendung Seitenblicke die Webseiten letzterer für den Lokalsender München.tv vor.

Webentwickler und Gestalter mögen die Augen verdrehen, wenn sie Luise bei der Beurteilung von Webseiten sehen. Sie aber macht das gut und beurteilt die Seiten prominenter Münchner, einer alten Gewohnheit folgend, mit den Augen.

Gefallen die Farben? Ist die Seite übersichtlich oder wird der Betracher von zu vielen Menüpunkten verunsichert?

 

 

Muß der Blick denn ein geschulter sein?

Nach einem Viertel Jahrhundert Digitalisierung, werden Webaktivitäten beäugt als handele es sich dabei um die Beurteilung eines unbeweglichen Bildes in einer Ausstellung. Bei Textinhalten, als wären sie in Stein gemeißelt, wie Inschriften auf Grabsteinen. Insbesondere das deutsche Netz ist statisch wie Drucksachen. So gesehen bedient Luise Wackerl, eine breite Leserschicht und konfrontiert ihr Publikum mit etwas, mit dem es zurecht kommt, den eigenen Gewohnheiten.

Das Netz aber ermöglicht beispielloses. Etwas das so noch nicht in Erscheinung trat, also auch nicht genutzt werden konnte. Etwas das Filme oder Bücher nicht liefern können. Und nein, es ist nicht „interaktiv”.

Das Netz ermöglicht einem jeden für wenig Geld, seine Biographie wie beim Tagebuch in eignen Worten zu erzählen, die Chronik noch zu Lebzeiten festzuhalten.

Unternehmen liefert das die Technologie, um kontinuierlich neue Bedeutung für die Marke zu schaffen. Die Chronik des Unternehmens kann heute in Echtzeit dokumentiert werden.

Das an sich ist ungeheuerlich!

Webseiten mit Blog-DNA entwickeln sich dynamisch und organisch, gewissermassen als eine Reflektion des physischen Daseins. Ersichtlich wird das im letzten Abschnitt.

 

 


The Graduate © Embassy Pictures Corporation

„Das ist Benjamin.
Er ist ein wenig um seine Zukunft besorgt.”
© Embassy Pictures Corporation

 

 

Die Reifeprüfung

Thomas Mahon, ein Schneider für Maßanzuge an London’s Saville Row, fasst den Unterschied von Webseite und Blog brillant zusammen:

Der hauptsächliche Unterschied zwischen Blog und Webseite–ich brauchte Zeit um das zu erkennen…
Abgesehen von den offensichtlichen Unterschieden, wir wissen wie sie ausssehen und wie sie funktionieren.
Aber grundsätzlich ist eine Website ein Image, eine Abbildung und genau das lädt geradezu diese Probleme ein, dass wir alle ein gutes Image von uns zeigen wollen, eine Abbildung unserer besten Eigenschaften. Also zeigen wir häufig nur die halbe Wahrheit und verschönern die noch ein wenig. Ein Blog aber muss, um erfolgreich zu sein, eine Reflektion sein, eine naturgetreue Spiegelung. Und wenn Sie das im Duden nachschlagen, dann gibt es einen grossen Unterschied zwischen Image und Reflektion. Zwischen Bildniss und Spiegelung. Nichts wird verschwiegen und die Leute können das erkennen. Es zeigt sich.

 

 

Das Netz ermöglicht die gegenseitige Überprüfung der Reifegrade Mitwirkender

Es erlaubt uns abwägen zu können, ob eine Beschäftigung mit wem oder was auch immer, lohnend sein kann. Das entscheidende ist dabei nicht länger der Anschein, aber das Verhalten, welches ein Subjekt über den Zeitraum unseres Interesses an den Tag legt. Ein Riesenunterschied auf den Luise in ihrer Sendung keine Rücksicht nimmt, sie verlässt sich auf das offensichtliche und behält recht.