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Schwindender Mittelstand

18. Februar 2016

 

 

Jürgen Borchert

Jürgen Borchert:

 

 

„Die stabile Mittelschicht einer Gesellschaft ist das was die Gesellschaft insgesamt tragbar erscheinen lässt und diese Gewissheit ist verschwunden in Deutschland.”

Viele arbeiten mehr als früher und haben trotzdem das Gefühl sich weniger leisten zu könnnen.
Dabei sind wir die fünftreichste Nation der Welt.

Was ist passiert?

Die größte Gruppe unserer Gesellschaft ist die Mittelschicht.

64 Prozent der Bevölkerung gehörten einmal dazu.
6% rund 4 Millionen Menschen sind in den letzten Jahren herausgefallen.

 

 

Mittelschicht 64% 1997

64% 1997
Mittelschicht 58% 2013

58% 2013

 

Zunehmend schwindende Mittelschicht

 

 

 

Was passiert ist

In der Schweiz zahlt die gesamte Erwerbsbevölkerung rund 10% vom Einkommen in den Rententopf. Alle, vom Busfaherer bis zum Bankmanager. Und dann bekommen alle eine Grundrente.

In fast allen Skandinavischen Ländern liegt der Spitzensteuersatz für Topverdiener bei 60 Prozent. Die Steuern zahlen die Bürger weitgehend ohne Murren. Der Staat bietet ihnen dafür viel.

Die Niederlande haben eine vergleichsweise hohe Grundrente, weil alle Bürger ind die Versicherungsrente einzahlen.

 

 

Bei uns sind die Beiträge zur gesetzlichen Rente doppelt so hoch und trotzdem bekommen viele nur eine Minirente.

Das ist passiert.

 

 

Wie solidarisch ist Deutschland? – Ein Film von Eva Schütteldreier.

 

 

Aus Schaden klug werden

Bis zum heutigen Tag, wägen sich Angestellte, die den größten Teil der Mittschicht ausmachen, in Sicherheit. Einer alten Gewohnheit folgend, gilt das Kopf einziehen, als erfolgreiche Strategie.

Für etwaigen Protest, wurde sich auf Studenten verlassen, die zuverlässig, pünktlich zu den 8 Uhr Nachrichten, etwaigen Unmut auf den Strassen demonstrierten. Es waren Jahrzehnte, in denen die Mittelschicht die schweigenden Mehrheit waren und sind.

Bei der Flut an Rekordmeldungen ist das auch heute noch kein Wunder, aber verständlich.

Der beunruhigende Tenor1: Bis weit in die 70er Jahre war man sich einig, dass die steuerlichen Lasten und Abgaben – je nach eigenen Kräften – relativ gleichmäßig verteilt werden sollten. Dieses Prinzip gilt nicht mehr. Trotz anhaltend hohem Wirtschaftswachstum rutschen immer mehr Menschen ab, vor allem die Mittschicht gerät unter Druck: Sie sind beim Steuerzahlen Spitze, ebenso bei den Sozialabgaben. Im Alter oder aber mit Kindern werden sie zu Verlierern.

Lösungen und Alternativen zur sozialen Schräglage sind in Sicht, brauchen aber die radikale Abkehr vom Bestehenden.

 

 

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