Geht von Bord: IM-Boss Philip Missler (c) Interactive Media

Geht von Bord: IM-Boss Philip Missler © Interactive Media

 

 

Von Jürgen Scharrer erschien gestern ein für Philip Missler vorteilhafter Horizont Artikel, zu dessen Entscheidung, den Chefposten bei Interactive Media zu verlassen. Von Thomas Palzer stammt der Satz, dass es nichts gibt, das zu verlassen sich nicht lohnte.

 

 

Der deutsche Markt hat lange die Augen vor der Realität verschlossen und sich der Illusion hingegeben, den Premium-Display-Bereich sicher zu haben. Die Einstellung war: Die Googles dieser Welt konzentrieren sich auf den Performance-Bereich, und der interessiert uns ohnehin nicht besonders, das ist nur Kleingeld. Ich habe schon vor Jahren gesagt: Dabei bleibt es nicht. Genauso ist es in den vergangenen beiden Jahren dann auch gekommen. Google will an die Branding-Budgets heran und holt sich dafür ganz konsequent die richtigen Leute.

Das Wachstum im deutschen Online-Werbemarkt wird heute stärker von Global Playern als von lokalen Vermarktern getrieben.

 

 

Gerade beim Thema Daten muss der deutsche Markt sich zusammenraufen und größere Allianzen bilden, um den Global Playern etwas entgegensetzen zu können. Wir brauchen eine eigene Daten-Plattform, die von einer größeren Allianz getragen wird. Global wird man Google niemals Konkurrenz machen können, das ist völlig klar. Ich bin aber überzeugt, dass im deutschen Markt neben Google Platz ist für starke lokale Player.

 

 

Punkt 1: Alles, was standardisierbar ist, wird sehr stark von Technologie, Daten und gutem Inventar getrieben. Das große Thema ist: Wie kommen wir in einer fragmentierten Multi-Device-Welt zu einer guten Datenqualität?
Punkt 2: Wir kommen aus einer Phase, in der die Mediaagenturen tonangebend waren im Zentrum der Diskussionen standen Media-Optimierung und Media-Effizienz. Viele große Werbungtreibende merken inzwischen, dass das alleine nicht hilft. Worum es zukünftig sehr viel stärker gehen wird, ist, auch digital die richtigen Markenstorys zu erzählen, es geht um Storytelling. Ich bin überzeugt: Unser Markt wird wieder stärker Marketing- als Mediaorientiert getrieben werden. Dieser Strategieschwenk ist überfällig.