Seit einiger Zeit fällt auf, dass die Stadt New York einen neuen Schriftzug erhalten hat und zwar von Wolff Olins.

Wir erfahren davon nichts in unseren Fachjournalen, Horizont und Werben & Verkaufen. Die deutschen Fachjournale halten mit altem Geschäftssmodell, den alten Seilschaften und ihren innerbetrieblichen Einblicken von Beförderung und Etatverschiebung die Treue und eine Bezugnahme zum Europäischen bzw. globalen Kontext bleibt aus.

Was Wirtschaft treibt und der radikale Wandel im Verhalten der Konsumenten interessieren nicht.

Freilich bereue ich auch sofort, mich von Zynismus angesteckt zu zeigen, ich verabscheue die dt. Fachpresse, das Format ist hässlich und die Inhalte dumm.

 

Das Logo und damit Wolff Olins kamen in Verruf, als die NYC Logotype für alle sichtbar auf dem Gelb der New Yorker Taxis erschien.

Diesmal sollen auch nicht Wolff Olins die Schuldigen sein, aber ein Durcheinander an entscheidungsberechtigten New Yorker Bürokratien die Schuld tragen. Ein Gemisch aus Öl und Wasser (hier zu lesen)

Wie treffend die Anlehnung an einen Serif-Slab Font sein mag, oder wie zutreffend die Dichte der Initialen, die Enge der Stadt widerspiegele, ist jedenfalls nicht Inhalt auch nur eines Gespräches in den U-Bahnzügen New Yorks.

Die Leute in U-Bahnen rund um die Welt fragen sich vielmehr, was wurde aus „I ❤ NY‟?

Von Wolf Olins ist das in Deutschland bekannte Schlecker Logo und derzeit wohl auch nicht sonderlich beliebt.

Das altbekannte „I ❤ NY‟ wurde von Milton Glaser geschaffen.

 

Fotos via underconsideration.com

 

NYC in der neuen Welt

Rachel Sterne, eine Technologie vertraute, klassische Schönheit von 28 Jahren wurde vor einem Jahr von Bürgermeister Bloomberg zum Chief Creative Officer der Stadt New York ernannt.

Rachel Sterne, CCO

Längst zeigt ihre Arbeit dort Früchte, wo sie Früchte tragen sollen, in den Verbindungen.

Erklärtes Ziel ist es die Stadt ins digitale Zeitalter zu bringen und Digital für jeden New Yorker zugänglich zu machen.

Rachel Sterne hat dazu beigetragen Wi-Fi in ersten Parkanlagen der Stadt zu ermöglichen. Mit Twitter und Facebook wurden Übereinkommen getroffen um den Benutzern von NYC.gov beste Verbindungsmöglichkeiten zu gewähren. Über Bitly wurden kurze URLs ermöglicht um das Teilen von Links zu vereinfachen und dort zu ermöglichen, wo lange URLs nicht akzeptiert werden.

Rachel organisierte das erste Hackathon der Stadtverwaltung um Vorschläge zum Neustart von NYC.gov einzuholen.

 

Einfach fantastisch ist NYC.gov auf tumblr.

Bemerkenswert ist, welche Wirkung, Rachel Sterne’s geschicktes Handeln mit Stadtverwaltungen und Technologie Anbietern auslöst. Das also, was die Leute aus der Technologie machen, sowie sie die Hilfsmittel dazu bereitgestellt bekommen.

Wie sie sie mit Leben füllen und wie das Verhalten sich ändert.

Wie förderlich Unternehmen, Handwerk und Stadtverwaltung gegenseitig sind und welche Lebensenergie sie ausstrahlen, zeigt das ruhige Beispiel der Illustratorin Sophie Blackall, dass ich auf tumblr gefunden habe:

 



Kunst im Transitverkehr: Handgezeichnete Porträts mit Sophie Blackall

 

Kultur ist mächtiger als Technologie

Ein Argument auch bei Prof. Peter Kruse und das Video als eine Kollaboration von Etsy (Unternehmen), Sophie Blackall (Handwerk) und NYC (Stadtverwaltung) macht sein Argument jedenfalls fühlbar.