Wir wollen die Tage den Spätsommer geniessen, noch einmal mit dem Elektroboot eine Runde drehen in der Starnberger Bucht. Einmahl mehr Segel setzen und mit dem Jollenkreuzer vergnüglich durch Segelrevier schaukeln. Tochter Elizabeth vermeldet vergnügt, noch gestern schwimmen gewesen zu sein in der rauhen See Ihres Studienplatzes an der Südküste Englands. Die tapfere schwimmt für ihr Leben gerne. Ich bewundere sie beneide sie aber nicht.

Eines aber wollen wir nicht, von Hiobsbotschaften und katastrophalen Entwicklungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hören. Gerade aber finde ich Interesse und Gefallen an Hans-Olaf Henkel und mit Thilo Sarrazin bannt sich gleichsam die Megadebatte der kommenden Jahre an.

Die Frage die zu beantworten es für jeden hier gilt, lautet: „Wie bringe ich mein Geschäftsleben, mein Privatleben, mein digitales sein unter einen Hut? Wann begreife ich das ich nur ein Leben habe und mich nicht länger disassoziieren kann in meinem Tun?


 

3 zentrale Fragen

die zu beantworten es schärfer rüberbringen was zu tun es gilt, wobei ich an Hans-Olaf Henkel’s Frage an die Politik anknüpfe und diese mit überfälligen Fragen an Gesellschaft und Wirtschaft erweitere. Wer sagt denn, wir müssen nicht, jeder für sich, jede dieser Fragen für uns beantworten?

  1. Politik:
    „Trägt mein Vorhaben, meine Politik dazu bei, die Arbeitslosigkeit zu veringern? Wie genau?″
  2.  

  3. Wirtschaft:
    „Ermögliche ich Ideen die tun? Verstehe ich, dass es nicht ist was ich tue, es ist was die Leute mit dem tun was ich tue?‟
  4.  

  5. Gesellschaft:
    „Wie bringe ich mein Geschäftsleben, mein Privatleben…, mein digitales sein unter einen Hut? Wann begreife ich das ich nur ein Leben habe und mich nicht länger disassoziieren kann in meinem Tun?‟

 

Hans-Olaf Henkel, Kampf um die Mitte

Hans-Olaf Henkel, Gedankenführer fotografiert von Stuart Mentiply

 

Die Mitte wieder herstellen

Ganz recht Hans-Olaf Henkel, die zentrale Frage, die sich jeder entschlussfähige Politiker stellen muss lautet: „Trägt mein Vorhaben, meine Politik dazu bei, die Arbeitslosigkeit zu veringern? Wie genau?

Mein Hintergrund ist internationale Werbung. Seit Januar bin ich arbeitslos und geniesse tatsächlich die von Westerwelle spitzfindig postulierte poströmische Dekadenz, mit einem Unterschied, ich bin nicht tatenlos, geschweige den ratlos. Ich hatte mich 2006 in Berlin instinktiv dem Deutschen Mittelstand zugewendet und schliesslich eine kleine Dialogagentur beraten, wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei aber nicht bemerkt, das zum Schein Ratschläge befolgt wurden, zum Sein aber die Entschlusskraft ausblieb. Die scharfe Wende die zu meistern es gilt ist hier wie da, keine Chefsache, aber nur mit guter Beteiligung aller möglich.
Jeff Jarvis, ein Amerikaner mit Deutscher Frau zur Seite, beeilte sich, Deutschland zu Hilfe zu eilen mit seiner Aufklärung zum Deutschen Privatsphären Paradox. Derweilen entdeckte ich endlich auch einen Deutschen mit enormen Elan und scharfsinnigen Beiträgen, dem seitens der FAZ Diskreditierung zugefügt wird: Peter Kruse.

Mit dem Strom, nicht gegen rudern!

Jetzt gefällt mir der Gedanke den zu verfolgen Hans-Olaf mir Mut macht, mich nämlich weiterhin auf den Mittelstand zu konzentrieren und Ideen die tun in Anwendung zu bringen, auch und gerade für mittelständische Unternehmen, Kleinunternehmen, junge Deutsche Gründer…
Mag sein, das der Mittelstand uns gerade noch vor schlimmerer Misere bewahrt, jetzt da die Deutsche Arbeitslosenrate noch immer über der von Europa liegt, nicht länger Exportweltmeister ist, die Automobilindustrie sich nicht als Beförderungsmittel begreift und die Kommunikationsbranche an Orientierungslosigkeit darbt. Mit Hans-Olaf Henkel befürchte ich eine Inflation und jedenfalls weitere Pleiten des Deutschen Mittelstandes. Als Amerikaner weiss ich dass es immer noch schlimmer kommt, und kommen muss. Deutschland ist Weltmeister darin Chancen zu spät wahrzunehmen, wird dann aber übermenschlich stark seine Pfründe zu retten. Global gesehen entschied sich der Zeitgeist vor gut 15 Jahren die Welt in Superreiche und bedauernswert Arme zu trennen ohne Platz zu lassen für eine Mitte. Im Marketing lernst Du rasch, dass jeder Trend einen ebenso starken Gegentrend zur Folge hat. Kleinvieh macht auch Mist und gerade das soll meinem Geschäftsmodel durch Skalierbarkeit den Profit sichern, während hier gleichzeitig auch Unternehmen geholfen wird, die konventionellen Werbeagenturen nicht profitabel erscheinen.

Ich freue mich bereits die kommende Woche auf erste Telefonate mit erfolgreichen US Agenturen mit neuem Geschäftsmodel.

Bei Vorstellungsgesprächen hierzulande begegnete ich ausnahmslos Unternehmen im Begriff zu expandieren, dank ihrem Portfolio an Kunden mit Nachholbedarf für eine digitale Präsenz. Die arme Kundschaft wird nun mit Websites beraten, die sozusagen wunschgemäß dem technischen Stand der Zeit entsprechen, dem auch das Nachholbedürfnis entstammt. Der Aufwand mit dem hier grundfalsch beraten wird, ist gleich groß oder größer als eine zeitgemässe Beratung auf dem technischen Stand oder Erkenntnisstand der Gegenwart. Allerdings bedarf es einigen Aufwand in den Agenturen um von überkommenem Prozedere loszulassen und ausnahmsweise einmal das zu tun was ausnahmsweise einmal richtig wäre, nämlich einfach mal treiben lassen anstelle gegen den Strom anschwimmen zu wollen. Naturgemäß strebt alles zur Mitte. In der goldenen Mitte dann werden wir uns wieder finden. Auf Wiedersehen.