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Messbarkeit – IPA Sozialprinzip 10 von Asi Sharabi

6. Februar 2010

 

 

IPA Sozialprinzip 10 Asi Sharabi

 

IPA Social: Messbarkeit sozialer Medien – Mutti sind wir schon da?

Dies ist mein lange, überfälliger Beitrag zu IPA’s sozialer KIG [Konversation im Gange].

Um die Debatte zu vereinfachen, die mittlerweile ein Buch von 500 Seiten füllen könnte, will ich versuchen, mich auf die hauptsächlichen Herausforderungen zu beschränken. Einen Moment noch, ein sehr kluger Kopf hat das bereits erledigt, wenn auch in einem anderen Zusammenhang:

„Nicht alles was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles was gezählt werden kann, zählt“.


(Albert Einstein)

Wie einfach das Leben doch war vor dem sozialen Interweb? Kreativ Agenturen schufen. Mediaagenturen verteilten. Alles basierte auf klaren Vorgaben, Zielen und Etats. Fertig. Durch das Auftauchen erst von „Digital“ und jetzt „Sozial“, der Explosion der elektronischen Teilnahme-Möglichkeiten [sharing tools], dem ach so anziehenden Konzept von „Viralem“, hat sich das Gleichgewicht der Verantwortung verschoben:

Kunden bitten uns zunehmend um grossvolumige Interaktionen/Websiteverkehr und das kostenlos oder zu geringen Kosten.
Eine Zielorientierung für die Verkehrsvolumen basiert auf Schätzungen und Ratespielen.
Der WERT des Webverkehrs, von Austausch, Freunden u.s.w. fundiert auf Spekulationen.
Zahlen werden mit den falschen Messwerten verglichen.

Eine Sachlage die für niemanden gut ist.

Die Realität ist zu kompliziert und soziale Medien stecken noch in den Kinderschuhen. Im Gegensatz zu traditionellen Medien [TV ist TV…], ist jedes digitale / soziale Projekt unterschiedlich in Form, Formulierung und Farbe, so dass es kaum Vergleichsmöglichkeiten und Messlatten gibt – ein Firmen Weblog ist keine Kampagnen Microsite, ist keine Gemeinschaftsunterstützung, ist keine Facebook Anhänger Seite und kein Radiospot…

Außerdem – All zu oft kreist die Debatte um soziale Medienmessung um die aktuelle Lieblingsplattform. Persönlich sehe ich die größte Herausforderung beim Verständnis (und im Überzeugen der Kunden), dass ein Messen der Augenpaare (Besucherzahlen basieren auf Sichtungen) keinesfalls einem Ermessen der Beziehungen gleichkommt um die es aber geht. Der Drang zu messen wie sich ein ‚ist nett und beteiligt sich an einer Konversation‘ verhält zu einer ‚Absicht‘, zu kaufen, wird nur zu Enttäuschung führen. Solange soziale Medien nur als ein weiterer Marketingkanal wahrgenommen werden, und soziale Initiativen gegen konventionelle Marketing Ausgaben bewertet werden, solange beisst sich die Katze mit begrenztem Erfolg in den eigene Schwanz. Dem kommt hinzu, solange die Etats hierzu von Marketing Etats kommen, bleiben wir gefangen in den gleichen vergeblichen Argumenten.

Richard von Dell, jemand, der etwas von Sozial versteht, vergegenwärtigt die Herausforderung vielleicht am besten:

Ich persönlich glaube, dass soziale Medien zu einer bedeutsamen Änderung beitragen, nämlich der uns fortzuführen, von dem was ich als „traditionelle, vernünftige, sachliche, institutionelle“-Perspektive bezeichne zu einer mehr „subjektiven, gefühlten, personalisierten Mensch“-Perspektive.

Für mein Dafürhalten entwickeln sich zwei Lager, aus dieser Debatte:

 

  1. In der blauen Ecke haben wir die Empiristen, wie die netten Messungslagerleute, die dabei bleiben werden, Metriken und betriebliche Schlüsselkennzahlen [KPI’s] u.s.w. zu debattieren, raffinieren und zu definieren. Sie werden nicht ruhen, bis sie eine Formel festgegelegt haben, aus der ein ‚Industriestandard‘ und Patentrezept werden wird und wir alle auf derselben Seite sind. Sie sind davon überzeugt, dass wenn nur wir eine Messlatte zum archivieren hätten, dann hätten hätten wir den heiligen Gral für soziale Medien Messung gefunden.
  2.  

  3. In der roten Ecke die „Humanisten“. Ihr Argument ist, dass jeder Versuch, klare messbare Werte für soziale Initiativen zu etablieren, vergeblich und bedeutungslos und das Thema verfehlt. Versetz Dich in Dein persönliches Umfeld, frägst Du Dich wie Du den Wert der Freunde messen wirst, die Du zum Abendessen einlädst? Setzt Du betriebliche Schlüsselkennzahlen [KPIs] wenn Du einen neuen Freund kennenlernst? Oder, in einem gewerblichen Zusammenhang, errechnest Du die Anlagenrendite [ROI] für die Blumevase und die bereit gestellten Naschereien? Wie errechnest Du die Anlagenrendite Deiner Initiative, um eine positive und freundliche Arbeitswelt zu schaffen? Die Antwort zu all diesen Fragen ist – Du frägst erst gar nicht. Du weisst ganz einfach, dass es richtig ist das für Dein soziales Umfeld zu tun
  4. .

 

Zu welcher Fraktion gehörst Du, der roten oder der blauen? Oder meinst Du es entwickeln sich noch weitere Lager?

Laß hören.

Asi Sharabi ist Chef Planer bei Poke in London

 

 

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