Amir Kassaie, Lichtgestalt der dt. Werbebranche, verlangt unserer Industrie kreative Unternehmensberatung ab. Roland Kühl-v.Puttkamer, Werbe-blogger, ergründete bereits im Sommer letzten Jahres, zusammen mit seiner aktiven Leserschaft, was es damit auf sich haben mag, hier zu lesen.

Benchmark: kreativer Unternehmensberater

Benchmark: kreativer Unternehmensberater

Ursprünglich war ein jeder Marketingpraktiker immer auch kreativer Geschäftspartner¹ seiner Klientel. Das Risiko einer jeden Werbeaktion wurde von beiden getragen. Hierzu ein klein wenig Marketingarcheologie:

Zwei Freunde steckten die Köpfe zusammen, um ein Produkt zu verkaufen. Der Eine hatte die Idee zum Produkt, der andere gute Menschenkenntnis und eine Begabung für’s Schreiben. Aus dem Entdecker/Erfinder wurde ein Unternehmen mit einem guten Produkt und aus dem Schreiber eine Werbeagentur. Das gesprochene oder geschriebene Wort war das Medium, es herrschten Zeitungsinserate. Aber auch Empfehlung, Mundpropaganda (WOM), der Umgang mit dem Vertrieb und die Hervorhebung am Ort des Einkaufs (POS) spielten eine Rolle. Mit der Ausbreitung auf weitere Märkte wurde aus dem Unternehmen ein Weltunternehmen, eine Weltmarke mit vielerlei Produkten und aus der Werbeagentur wurde eine intl. Netzwerk-agentur.

Benchmark

Benchmark: ins Gespräch kommen

Viele der uns auch in Europa bekannten US Haushaltsnamen sind auf diese Weise entstanden. Andere auch ohne Mitwirkung eines kreativen Geschäftspartners.

Mit jeder Zugabe eines neuen Mediums änderten sich Disziplin und Hierarchie in der Werbebranche: Ein Bild war mehr Wert als tausend Worte, Aus bewegten Bildern wurde die Königsdisziplin Fernsehwerbung (TVC) und aus dem Medium ein Massenmedium.

In Folge der Desktop Revolution oder Digitalen Revolution kam etwas hinzu, wofür die Bezeichnung Medium keine ausreichende Kategorie darstellt: Das World Wide Web mit immer neuen Überraschungen, in der Lage uns Menschen Metabolismus zu ändern und einem grundlegenden Wandel unseres Verhaltens als Konsumenten zur Folge hat. Das Selbstverständnis wuchs beim Konsumenten, hatte der doch schneller begriffen, die Mittel zur Mitbestimmung überreicht bekommen zu haben, als dies der Fall hätte sein können bei uns Agenturmenschen, die wir entweder ahnungslos oder in Sorge um unsere Positionen waren zu Lasten unseres somit schwindenden Selbstverständnisses. Ein psychologischer K.O. Schlag, der nun ebensoschnell wieder zum Vorteil verkehrt werden kann.

Ursula Fritz likes Amir Kassaie's comment.

Problems are complicated. Solutions are not.—Amir Kassaei

Indem wir unser Selbstverständnis durch gesunde Selbstaktualisierung zurück gewinnen, versetzen wir uns in die Lage unserer Branche Magie zurückzubringen. Wie das gehen soll?

Wir leben im Zeitalter von Ideen die tun²

Der ganz normale Tagesablauf in einer Kreativagentur bietet alle notwendigen Voraussetzungen für Ideen die tun.

  • Eine gute Geschichte (Marken- oder Verkaufsstrategie)
  • Preliminäre Mediaplannung

Egal welcher Disziplin Du angehörst, ob Account, Art Director, Programmierer, Texter oder Stratege, setzt Dich mit den Betroffenen zusammen und vereinbart gemeinsam wie ihr als Team Ideen die tun bewirken könnt. Die Magie, stellt sich mit der Gänsehaut ein, sowie Du über Deinen Schatten wächst und Neues entdeckst, auch wenn Du somit Dein vertrautes Terrain und Deine Disziplin verlässt oder gerade dann. Das Spiel mit Nähe und Distanz, Inhalt und Kontext, konkreter Relevanz und Universellem, Neuheit und Vertrautheit beherrscht Du ja bereits und es macht Dir zunehmend Freude nunmehr Ideen zu entwickeln, deren Ziel es ist einer möglichst grossen Anzahl, deren Mitwirkung zu ermöglichen. Gelingt das wirst Du auch zunehmend vom Agenturkunden als valider Geschäftspartner respektiert.

Benchmark: Versprechen einlösen.

Benchmark: Versprechen einlösen.

Beispiele für Ideen die tun findest Du auf VW’s The Fun Theory von DDB Amsterdam und anderswo. Eine gute Idee davon, wie Du Dich selbst aktualisieren kannst, bzw. wie wichtig es sicherlich auch für Dich ist, frisch zu bleiben und mit frischen Gedanken gesegnet zu sein, erfährst Du in Cindy Gallop’s 3 Min. Manifest. Nun brauchst Du am Montag nurmehr Dich selbst mit in die Arbeit zu bringen. Et voilá.

Als Bonus erfährst Du auch was Hugh MacLeod Dir mit seinem Buch sagen will: „Ignoriere alles.‟

¹von Chris Clarke, Gründer von Nitro geprägter Begriff. Mehr Info.
² von Gareth Kay von Goodbye Silverstein & Partner geprägter Begriff
Bildrechte (in den Bildern angegeben): Oscilloscope, If A Tree Falls & Music Box, The Names Of Love. ©2011. Alle Rechte vorbehalten.