Übersetzung eines favorisierten Weblog EIntrags von Ana Andjelic auf I [love] marketing:

Long tail

Long tail


Auf meinem Rückweg vom Erntedankfest habe ich einige Kapitel aus dem neuen Buch von Malcom Gladwell gelesen, „What the Dog Saw: And Other Adventures„. In diesem Fall handelt es sich tatsächlich um eine Sammlung seiner Artikel für den NewYorker + eine Vorschau. Eine Ansammlung á la „die größten Weihnachtslieder“… Ich habe keine Ahnung, warum ich ausgerechnet dieses Buch ausgewählt habe, da ich nicht wirklich ein glühender Leser von Gladwell bin (größtenteils, weil ich denke, dass seine zwar präzisen Beobachtungen zu oft als wahre Einblicke ausgegeben werden). Egal. Ich hatte Spass bei der Lektüre.

Im Buch findet sich ein Kapitel über Haarfarbe und Werbung mit der richtigen Verbraucherpsychologie. Gladwell schreibt über die Beziehungen die Menschen zu dem Produkt haben welches sie kaufen und darüber „wie Anbieter entweder die Verhaltensmuster einer solchen Beziehung verstünden – entweder sie haben gelernt, die alltäglichen Geschäfte und Transaktionen auszuzeichnen indem sie ihnen Bedeutung zukommen lassen – oder aber sie dürften nicht damit rechnen, den modernen Verbraucher zu erreichen“. Folglich der Einsatz von Fokusgruppen: „Mit Fokusgruppen sollen die Motivationen der Leute beim Kauf von Produkten entschlüsselt werden. Bis 1940 haben Werbe-Rescherschen sich lediglich mit dem Zählen von Käufern begnügt – mit dem Aufzeichnen, wer was kauft. Motivationsforscher dagegen befassen sich mit dem warum: Warum Leute kaufen, was sie kaufen? Was sie zum Kauf anregt.
Dies hat mich daran erinnert, wie sehr sich Werbung geändert hat.

Im Digitalen, denken wir sicherlich an die Beziehung die die Leute zu den Produkten haben, die sie kaufen. Aber wir versuchen, es vielmehr durch ein Beobachten der verhaltensmäßigen Muster der Käufer zu lösen, als durch oft obskure Verbrauchermotive die all zu oft verdeckt bleiben. So gesehen ist unsere Aufgabe online einfacher, fast jede Handlung und das Verhalten sind sichtbar. Dies ermöglicht es uns, kniffliges psychologisches „Verständnis“ mit einer einfachen Beobachtung zu ersetzen. Oft ist fraglich ob wir wirklich wissen müssen, was Leute denken, wenn wir sehen können, was sie machen?

Aus diesem Grund versteifen wir uns auf die Frage nach dem „wie“. Darüber nachzuforschen, warum Leute auf Einkaufsbummel gehen/herumrennen/Dienste nutzen/Inhalte geniessen, kann ein kniffliges Spiel sein, die Umstände aber so zu gestalten, dass das Einkaufen für alle leichter gemacht wird, sie öfter einkaufen, mehr Freude daran haben in einer funktionalen und sozialen Weise, führt tatsächlich dazu, dass ein Einkaufsbummel häufiger unternommen wird, man öfter unterwegs ist, mehr Inhalte aufnimmt, und das alles auch immer häufiger auf sich nimmt.

So einfach ist das.