Foto via tynans-spaceland. Alle Rechte vorbehalten.


Ich war froh den so verlässlichen Freund zu sehen, ein fantastischer Fotograf und Musiker mit einem pragmatisch, praktischen Ansatz und weit besserer Allgemeinbildung als ich sie für mich beanspruchen könnte.

„Wir wissen ja wie es geht, es sind die Meinungsmacher‟.

Liess es mich der an wertvollen Einblicken reiche Freund wissen.

Doch noch tags darauf war ich verärgert darüber und beschäftigt die Ursache für meinem Unwillen zu ergründen.







Fotos via tynans-spaceland. Alle Rechte vorbehalten.


 

Warum Meinungsmacher für den Hersteller irrelevant sind und es auch bleiben.

Welchen Sinn hätte die, sich auf alle Bereiche ausweitende, Demokratisierung, wenn wir die Verantwortung in Folge wieder nur einer kleinen Gruppe an Meinungsmachern überantworten wollten?

Keine.

Der Hersteller will sein Produkt unters Volk bringen mit dem Ziel bei solchem Tauschhandel ein Auskommen oder ein Beibrot zu verdienen.

„Eine Melodie bleibt im Ohr wenn sie gut ist‟ lautete bezeichnend, ein Liedtext der Gruppe Wirtschaftswunder, der mir 20 Jahre später in Erinnerung geblieben ist.

 

Produkt, Produkt, Produkt.

Ist das Produkt gut und steht der Hersteller mit gesundem Glauben hinter seinen Entscheidungen, dann ist irrelevant was der eine oder andere Meinungsmacher darüber denkt.

Es soll auffindbar sein für alle Welt, insbesondere für das lokale Umfeld.

Wurde es erstmal entdeckt von einem kleinen Kreis an Gläubigen zu deren fester Überzeugung, dann übernimmt dieser Kreis an Entdeckern naturgemäß die Rolle der Meinungsmacher.


Foto via 40 Jahre Playboy. Alle Rechte vorbehalten.


Das Verhältnis von Hersteller, Meinungsmacher, Publikum und seiner Verwaltung wird gut greifbar in einem letzten, dem umfangreichsten Interview mit Yoko Ono und John Lennon in der 40-Jahre Jubiläumsausgabe des dt. Playboy (hier zu lesen).

John Lennon wollte bei allem Respekt für das Handwerk, kein Handwerker sein.

Dem Publikumswillen ausgeliefert, alle halbe Jahr ein Album auf den Markt bringen und in Vegas mit alten Stücken auftreten, entsprach nicht länger dem, was er mit seinem Leben vorhatte.

Yoko Ono übernahm mit grosser Ausdauer und Geschick die Geschäfte, nahm die Lernkurve auf sich, das Lingo der Advokaten zu erlernen, so dass auch John die Sprache der Advokaten verstehen lernte und liess die Advokaten ziehen.

Um wieder Freude am Leben empfinden zu können, wurden die Spezialisten und Professionellen entmündigt und die Verantwortung für das eigene Leben wieder aufgenommen.

 

Verantwortung ist grosse Scheisse

So ist es auch heute mit dem Volksempfinden, dem Zeitgeist.

Die Leute lernen gerade die Verantwortung selbst übernehmen zu wollen.

In den Netzen lernen wir, dass es mehr kluge, sich einbringende, risikobereite Leute gibt, als wir bislang für möglich gehalten haben.

Wie kommt es, dass Nike vor Jahren schon seinen „Just do it‟ Anspruch geltend gemacht hat, gefolgt von Toyota’s „Nothing is impossible‟?

Wie verhielt sich die Menschheit, als sie erfuhr, nicht die Sonne dreht sich um die Welt, die Erde dreht sich um die Sonne?

Das kollosale Brimborium das wir seit 20 Jahren durchmachen, ist eine grundlegende Neupositionierung von allem das uns lieb und teuer ist. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden sich unweigerlich dem Wandel anpassen, ob wir nun wollen oder nicht.

In Abraham Lincoln’s Worten von 1862 bedurfte es einer Entgeisterung im Volke um das Land zu retten.

Die Begeisterung für altgewohntes hat sich aufzuhören.

Ich kann mich nur für das begeistern was aus mir wird.

 

Wenn Sie nun noch in Erfahrung bringen wollen, warum Verantwortung grosse Scheisse ist, dann empfehle ich die Folge, Shake Your Groove Thing der fantastischen US TV Serie Gray’s Anatomy.