Joel Micah Miller - Monumental - Wall Street

© Joel Micah Miller - Monumental - Wall Street

 

 

Jakob Augstein berichtet im Spiegel, dass die USA nicht länger zum Westen gehören und dass Europa jetzt der Westen sei.

Jakob Augstein führt den Zerfall der Bedeutung des Westens an, der einmal gemeinsame Ziele und Werte gehabt haben mag. Die Würde von Demokratie und Gerechtigkeit gegenüber Tyrannei und Willkür seien Vergangenheit. Die gerade noch abgewendete Katastrophe der US-Schuldenpolitik zeige an: In Amerika regiert der politische Irrsinn. Das Regierungssystem befinde sich fest im Griff der Eliten. (Quelltext)

Gestern (5. Aug.) reagieren die Märkte in Folge des Vertrauensschwunds. Panikverkäufe überall. Der Börsenwert aller 30 im deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen schrumpfte um fast 100 Milliarden Euro.

In Folge der Auflösung der Sowjetunion durch die Alma-Ata-Deklaration am 21. Dezember 1991, wurde der Niedergang der US Demokratie ein denkbares Szenario.

Nur fünf Jahre später zeigten sich erste Anzeichen für eine zunehmend, radikale, globale Spaltung in Superreiche und Bettelarme, insbesondere in der Automobilindustrie, die einen kompetetiven Vorteil darin sieht das oberste Marktsegment zu beliefern.

Was 1996 deutlich sichtbare Anfänge nahm, spiegelte sich in der Presse durch häufigeres Auftreten von Begriffen wie Schere und neuer Volkskrankheiten wie dem Burn-Out Syndrom.


Joel Micah Miller - Monumental

© Joel Micah Miller - Monumental - Tour Eiffel

 

 

Deutschland ist jetzt der Westen

Wenn wir in Deutschland, Europa sagen, meinen wir Deutschland. Tatsächlich gibt es noch lange kein europäisches Selbstverständnis, dass an das grosse Selbstverständnis der Vereinigten Staaten heranreichen würde. Nach Brüssel äugt der Deutsche mit Skepsis. Es fehlt an Transparenz und demokratischen Vereinbarungen.

Der eindeutige Unterschied, den Deutschland anderen Mitgliedsländern und der Welt voraus hätte, hiess einmal soziale Marktwirtschaft. Seit Hartz IV hat Deutschland es mit einem ebensolchen Vertrauensschwund zu tun wie er hier von Augstein den USA, insbesondere den amerikanischen Republikanern zur Last gelegt wird, wenn auch mit geringerer Reichweite, vorerst auf das Landesinnere beschränkt.

Deutschland ist gut darin Wandel zu strukturieren, wie es im schlechtesten Fall, Agenda 2010 schauerlich demonstriert.

 

Joel Micah Miller - Monumental - dem dt. Volke

© Joel Micah Miller - Monumental - Berlin

 

 

Deutschland muss endlich lernen, sich um sich selbst zu kümmern

  1. Der Begabung im Strukturellen, eine Begabung hinzulernen, die Strukturen auch mit Leben zu füllen. Sie auch zu kultivieren.
  2.  

  3. Für Entwicklungen die Beteiligung Betroffener fördern. Mit der Intelligenz vieler arbeiten (crowdsourcing).
  4.  

  5. Gelerntes aus den Sozialmedien für den politischen Alltag nutzen.
  6.  

  7. In Frankreich und Grossbritannien starke Verbündete gewinnen.
  8.  

  9. Durch der Zeit angepasste Gesetze, soll Politik die Wirtschaft darin unterstützen freie Initiative mit einem gerade durch die wirtschaftliche Leistung gesicherten, sozialen Fortschritt zu verbinden.
  10.  

  11. Wirtschaft und Politik sollen den beispielhaften Umgang mit immer neuen auftauchenden Technologien demonstrieren und ermöglichen.
  12.  

  13. In der Welt gerühmtes German Engineering auch innerhalb von Deutschland wahrnehmen.
  14.  

  15. Think small. Grosse Probleme brauchen keine grossen Lösungen.*


* Gareth Kay, Goodby, Silverstein & Partners.
 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Joel Micah Miller. Weitere Monumental Fotos gibt es hier zu sehen. Die Website von Joel Micah Miller hier besuchen.