Den Maschinen zuwinken sagt James Bridle. Er spricht (hier) über sein Mitgefühl für Spambots, kodierte Räume wie etwa dem Check-in-Bereich auf Flugplätzen und der denkbaren Möglichkeit, dass Maschinen, wenn auch hilflos, unsere Hilfe wollen.

Die Werbeindustrie und somit die Wirtschaft aber haben sich vorerst der Gestik des Wischens, nicht aber dem Winken angenommen.

In allerlei Werbefilmen und öffentlichen Verkehrsmitteln sehen wir, wie Menschen Schaltflächen hin und her wischen. Am Liebsten im luftleeren Raum als Holographie (mehr zur Zukunft unter Glas).

Selbst in den Nachrichten wird gewischt. Es macht xing und es macht klick. Und scrollt. Und zoomt. Moderatoren streichen die Wetterkarten nur so ins Bild. Auch mein grosser Freund Thomas Meinecke bemerkte: „Wo man hinsieht wird gewischt.‟

 

Apple Gestiken (Bildrechte bei Apple)

 

Warum wir den Maschinen zuwinken wollen?

  • Es käme der Wirtschaft und dem Selbstverständnis der nachrückenden Generationen gelegen, bereits in der Schule Kodieren als Fach zu belegen. Nicht das HTML wichtiger ist als ABC, Algebra und Geometrie, nur ist es nützlich, wie etwa auch der Schreibmachinenkurs, den ich auf der amerikanischen Highschool belegte und mir das nützlichste im Leben war.
  • Seit 15 Jahren lagern wir unsere Erinnerungen und Erlebnisse zunehmend in die Netze aus. Unsere Erlebnisse sind gemeinsam geschaffen (co-kreiert) mit den Lagerstätten unserer Erinnerungen und Erlebnisse. In Folge muss die Wirtschaft Freunde gewinnen für ihr Vorhaben und ihre Produkte, eine Firmenchronik in Echtzeit erstellen und somit kontinuierlich neue Bedeutung für die Marke schaffen. Das geht ohne internes, technisches Know-how nicht und es gelingt auch nicht diese Tätigkeiten überzeugend wirksam einer Agentur zu überlassen. Effizienter und echter ist es, neben dem Investment in ein Produktteam auch in ein Team für Öffentlichkeitsarbeit und in die Sozialmedien zu investieren.
  • Ein Polizeipräsidium in Milwaukee liefert ein greifbares Beispiel, wie der tägliche Dienst mit der unentbehrlichen Öffentlichkeitsarbeit, gut bewältigt werden kann. In diesem Beispiel winkt die Polizei den Maschinen zu, hier ist es die altvertraute Webmaschine und kein kindischer Zweifel kommt auf, über Nutzbarmachung oder Gefahren von Maschinen. Wir bücken uns doch sonst auch um einen jeden Schilling?
  • Die Entwicklung ist dann ein Freund, wenn wir ihr gegenüber aufgeschlossen sind. Ideen offenbaren sich. Sie sind nicht im Inneren des Künstlers geboren aber kommen von aussen, auf ihn sowie auf uns zugeflogen. Unsere Geschäftsideen kommen nicht aus dem Hinterzimmer oder einem firmeninternen stillen Örtchen, sie sind eine Mischung aus vorhandenen Geschäftspraktiken, die in neuem Zusammenhang uns täglich präsentiert werden.
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    Wem das zuviel erscheint

    Alle Augen auf zwei Bereiche:

    1. Produkt: Produktentwicklung, Feinschliff, Verbesserung.
    2. DIY Öffentlichkeitsarbeit: Die Firmenchronik in Echtzeit selbst schreiben. Es ist überzeugender wenn die Visionäre sich die Mühe machen, auch bleibt der erlernte Wissensvorsprung im Haus und wird zum Anlagegut.
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