So viel versprechend,„Illustions of Grandeur” auch klingen mag, ins Deutsche übertragen heißt es, Größenwahn. Quelle: Atlas Obscura.

So viel versprechend,„Illustions of Grandeur” auch klingen mag, ins Deutsche übertragen heißt es, Größenwahn.
Quelle: Atlas Obscura.

Albert Bierstadt

Die Natur verabsheut nichts, auch nicht den alljährlich auftrettenden Überfluss an Farbenpracht, einem Anflug von Größenwahn sicherlich. Hier von Albert Bierstadt aus Solingen in einem Gemälde entlang des New Yorker Hudson Flußes festgehalten.

Herbstliche Stilfragen: 10,90 kostet die Mass Bier dieses Jahr in den meisten Zelten, heißt es in der Süddeutschen. (Foto- dpa)

10,90 kostet die Mass Bier dieses Jahr in den meisten Zelten, heißt es in der Süddeutschen. (Foto- dpa)

Bildquelle: Marco Eisenack, Mucbook.

Eigentlich geht die Tendenz seit dem Vorjahr zu hochgeschlossenem…
Quelle: Marco Eisenack, Mucbook.


Herbstliche Stilfragen: Aus München gibt es trotzt Näße und Kälte mit dem Oktoberfest einen gelungenen Start in den Herbst zu vermelden. Quelle: SZ.de.

Aus München gibt es trotzt Näße und Kälte mit dem Oktoberfest einen gelungenen Start in den Herbst zu vermelden. Quelle: SZ.de


Heute ist Herbstbeginn. Der sogenannte Indian Summer von protestantischen Freunden in den Bronx, als die schönste Jahreszeit der altgewohnten Metropole New York’s empfunden. Aber wen kümmert es im naßkalten München? Gerade noch zogen 9 Tausend Trachten mit Blasmusik und herrlich geschmückten Sechsgespannen, Bierfässer durch die Stadt. Darunter ein Ochse mit nur einem gewaltigen Fass.

Das ist nicht orginell,
das war schon immer so

Hans Haas, der unblaubliche Koch vom Tantris, der jeden Abend Speisen für 120 Gäste bereitet um hernach noch Kochkurse abzuhalten die Kraft hat, bei denen keiner zurückgelassen wird, bedeutete in einer Fernsehdokumentation, wie normal es zugehen kann im reichen München.

Es muss Ihnen doch wie Schuppen von den Augen fallen, gerade so wie das Herbstlaub von den Bäumen fällt.

Die einen, darf ich sie Utopisten nennen? Die einen wollen zurück zu etwas, dass sie auch nur vom Hörensagen kennen, es ihnen ihre Versäumnisse verzeiht und Unwiederbringbares zurück bringen möge. Der Bayer aber weiß schon, „Für’s G’habte gibt dir da Jud nix.“

Den meisten geht es eigentlich so gut wie nie, sie beschäftigen sich mit dem Ausloten der Urlaubstage und glauben mit einem Mal, die so beschauliche Gegenwart gegen Sonne und Meer austauschen zu müssen, wenn auch nur für sieben Tage.

Billigtrachten

Billigtrachten auch okay (Getty Images)

Dann die wenigen, voller Tatendrang, deren Tage kurz sind, gerade so wie die Jahre verfliegen und ihnen der letzte Herbst wie vor fünf Minuten erscheint. Vor fünf Minuten sind gerade noch 9-Tausend in Trachten und mit prachtvollen Sechsgespannen mit hölzernen Bierfässern vorüber gezogen und ob die Mädchen kurze Billigdirndl tragen oder betuliches vom Lodenfrey, ist ihnen einerlei und jeden begehrlichen Blick wert.

Gleich der Natur verabscheuen sie nichts und akzeptieren den steten Wandel der Gezeiten, in denen jeder Zeitraum etwas eigenes hat.

In besagter Fernsehdokumentation über Hans Haas, in der er unvoreingenommen sich des schwer zu definierenden, dem Wandel ausgesetzten Wortes, nämlich „normal”, gerne bediente, wusste der Tantris Koch uns aus seinem Erfahrungsschatz, entscheidendes anzuvertrauen:

Es war alles so ineinander nicht so getrennt.