digitales sein

„“Total Digital [being digital] ist ein Augenöffner und Pflichtlektüre für jeden der auch nur entfernt mit der Kommunikationsbranche zu tun hat. Und es macht Spaß das Buch zu lesen.“—Arthur C. Clarke 1995

Wolfgang von Goethe

Deutscher Denker und Dichter Wolfgang von Goethe

1995 Bitbuch wird publiziert

15 Jahre später liege ich arbeitslos auf einer Stadtbank und lese Negroponte in der Sonne. Ein Wundern darüber lohnt nicht, weshalb digitalem sein so viel Ablehnung und so wenig Akzeptanz von unserem Land der Denker und Dichter entgegengebracht wird und was Adolf Hitler damit zu schaffen haben möge. Ich befinde mich 20 Autominuten entfernt von Wolfgang von Goethes Geburtsort Frankfurt, der zentralen Schnittstelle der weltweit am höchsten entwickelten IT Infrastruktur. Gelegentlich kommt ein Hund vorbei dem es gefällt an mir zu schnüffeln.

Nichts zu beissen als Bits

Negroponte war besorgt und bemüht, dass sein Buch von den richtigen Leuten gelesen wird, der Grund auch warum er es 1995 in gedruckter Form veröffentlichen liess und nicht, wie bereits möglich, im Bitsformat. Er wollte das Industrie Führer und hochrangige Geschäftsleute sich mit seinen Inhalten beschäftigen um eine möglichst zügige und reibungslose kulturelle Transformation sicherzustellen. Junge, talentierte Strategen wie Amelia Torode haben längst davor gewarnt, dass Technolgien sich ändern, Leute nicht. Die Altersgruppe [25-45] von der das Geschäftsleben bestimmt wird, ist tragisch abwesend im digitalen sein (siehe Video). Keine Zeit, zu beschäftigt mit Oranisationsproblemen und Tagesgeschäft.

Mitleidige Bits für die Geschäftsleitung

Immer spät dran mit der Verwaltung und Verwirklichung von hinterlassenen Ideen, hat die Geschäftsleitung keine Zeit für eigene Ideen. Folglich haben die Unternhmen es ausschliesslich mit Taktiken nicht aber mit Strategien zu tun. Es bleibt keine Zeit dafür Entdeckungen zu machen, neue Erfahrung zu sammeln oder auch nur den Deut einer Ahnung zu haben was digitales sein für die Gegenwart und Zukunft der Kommunikation bedeuten mag. Die Lernkurve flacht ab. Doch halt, Amir Kassaei wird auch diesem [meinen]Vorurteil Grund für Optimismus entgegenhalten.

Aus der Luft gegriffen

courtesy of geekabout.com

Diesen Sommer werden Tag für Tag rund 28 Tausend Passagiere zu ihren Zielen geflogen. Transatlantik-Fluggäste werden sich mit den kleinen, in der Rücklehne des Vordermanns angebrachten Monitoren, zu beschäftigen wissen. Der Passagier wird sich für die meiste Zeit darauf konzentrieren einen Film zu verfolgen und trotz des nur Handflächen grossen Montors, alles um sich herum vergessen.
Mit 62 Millionene Einwohnern überschritt diesen Sommer die Zahl der Erwerbstätigen Deutschen die 40 Millionen Grenze. Die meisten wirden sich jeden Tag vor den Komputerbildschirm setzen und dort für den Rest des Tages, mit dem Kopf im Bildschirm, sitzen bleiben.

Digitales sein

Was geschieht mit uns wenn wir die Augen nicht vom Bildschirm nehmen können? Uns geschieht, was geschieht, wenn wir die Augen nicht vom anderen Geschlecht nehmen können. Es ist um uns geschehen. Wir vertiefen uns in eine Welt von Eigeninteresse, den von uns gehegten Wünschen, Begierden und Bedürfnissen. Besser noch, wir können all das was wir wollen mit unmittelbaren Handeln auch befriedigen.
Wir verlassen die Welt von der wir umgeben sind und tauchen ein in eine Welt aus dem was uns am meisten interessiert. Es ist fantastisch! Wir haben entschieden es so zu tun, wie wir es tun wollen! Nichts hält uns zurück und lenkt ums davon ab zu tun was wir zu tun uns in den Kopf gesetzt haben. Wir sind angekommen bei einem mentalen Zustand unabhängiger, eigener Entscheidungsgewalt.

Wir haben uns der Welt der Atome entzogen und uns eingelassen mit einer neuen, völlig anders funktionierenden Welt von Bits. Glückwunsch! Wir nehmen Geschwindigkeit auf, Lichtgeschindigkeit, jetzt da wir die physischen Gesetze einer Welt aus Atomen hinter uns gelassen und uns auch dem Einflussbereich unserer Lieben entzogen haben, die uns zurückzuhalten suchten. Der Grund auch warum gut ist einen Kollegen physisch von seinem Bildschirm zu entfernen, wenn wir uns des Kollegen Aufmerksamkeit sichern wollen.

Wenn wir digital sind geschieht alles zu unserer vollsten Zufriedenheit dort von wo alle Abenteuer entspringen und nämlich in unseren Köpfen. Gerade so wurde in unseren Köpfen das Lesen erfunden, ein unverzichtbares Werkzeug das unglaubliches zu bewirken und zu ermöglichen half und ohne Auftrag oder Ausseneinwirkung in & von unserem Gehirn erfunden, entwickelt und auf den Markt gebracht wurde.

Digitales sein heisst auch mit einer Schwarz-Weiss Welt klar zu kommen in der es keine Grauzonen und keine Abweichungen gibt. Hier gilt an oder aus, „1“ oder „0“. Ungetrübte Klarheit. Laserscharfe Fokusierung. Mir sind heute Aggregatoren, also Maschienen lieber als die von Gemüts- und Geschmacksschwankungen heimgesuchten Mittler und Kuratoren. Ich kann mich auf die stets quantitiven von Qualität unbeeinflussten Ergebnisse weit mehr verlassen als auf die Schwankungen menschlicher Interpretationen.

being digital

being digital, Nicholas Negroponte

being digital inside looks

being digital Ansucht Innenseite

 

 

Nicholas Negroponte ist Professor der Medien Technologien an der Hochschule für Technologie in Massachusetts [MIT] und Gründungs Direktor des Media Lab.

 

 

 

 

 

2010: Deutschland’s anerkannter Top Kreativer Amir Kassaei unterstützt ‚DIGITAL THINKING‘

 

‚DIGITAL THINKING‘ 15 Jahre nach ‚being digital‘? Mag so mancher mit dem Standardwerk Vertraute sich wundern. Die Zukunft der Kommunikation so der Untertitel der Deutschen Ausgabe Total digital. Amir Kasaei trat an, als Vertreter der Deutschen Kommunikation, seine Unterstützung für unser digitales Zeitalter zuzusichern. Ich bin mit Amir Kassaei nicht vertraut, seiner Stimme Klang ist mir angenehm und die Gelassenheit mit der er sich über das technische Malheur hinwegzusetzen wusste und sich nicht aus der Ruhe bringen ließ, zeugt von professionellem Schliff.

Mittlerweile habe ich mir das Video angesehen, dass ich bislang nach 5 Minuten abgebrochen hatte und mich zu uninformierten, vorschnellen Schlüssen hinreissen liess. Ich bitte diejenigen unter Euch um Verzeihung, die meinen bisherigen Eintrag zu Gesicht bekommen haben. Schaut Euch in aller Ruhe das Video an.

 

Spaßtheorie

Amir Kassaei tut Ideen die was tun. Er setzt mit seiner Zusage das Zeichen für die Deutsche Werbeindustrie und leistet der elementar notwenigen Transformation Vorschub und geht mit gutem Beispiel voran. Wie? Mit der von VW unterstützten, deren Markenwerte in 36 Ländern greifbar machenden Spaßtheorie. Relevante Ideen die etwas bewirken oder wie es Gareth Key von Goodby, Silverstein and Partners salopp aber scharf formulierte: Ideas that do. Respekt DDB und Amir Kassaie.

 

Sich aus der Schockstarre reissen

Somit ist das Zeichen gesetzt. Meine geliebte Werbeindustrie weiss sich im 15. Jahr aus der Schockstarre zu reissen. Denkt an die schöne Episode die Amir von den Ursprüngen von DDB zu berichten wusste:

 

Wie einem jüdischen Manhattan ein Nazi Auto zu verkaufen ist.

  • Öffentlichkeit bietet Schutz. Verschlossenheit führt zu Einsamkeit.
  • Tatsachen schaffen. Zurückhaltung macht arm.
  • Was Leuten hilft ist auch gut für’s Geschäft—Leo Burnett
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    Werbekongress 2010 – Testfeld Zukunft – Keynote from Berliner KommunikationsFORUM eV on Vimeo.

    Keynote von Amir Kassaei mit dem Titel „Digital Thinking“ zur Gala des Werbekongress 2010

     

    Amir Kassaei ist zu danken das er sich für digitales sein zur Verfügung stellt und einsetzt. Deutsche Agenturen haben gerade erst den Löwenanteil an Europäischen Auszeichnungen nach Hause gebracht. Wir erleben die Blütezeit moderner Kommunikation, auch für mich der ich arbeitslos bin, ist jetzt die beste Zeit, die ich in einem guten Leben in der Werbung zu geniessen weiss und eifrig mitgestalte. Das Tu Wort hat es in sich, wie uns allen aus der Nike [Just do it] Werbung bekannt.
    Der Auftrag an Werber und Nachwuchs lautet:

    Tut Ideen die etwas tun¹

     

    ¹‘‚ideas that do‘—Gareth Kay, Goodby, Silverstein and Partners