Zeitgeist

Pop Danthologie 2014

18. November 2015 Kommentare ausgeschaltet

 

 

 

 

Von Daniel Kim

 

 

Jugend Modus Normcore

6. Mai 2015 Kommentare ausgeschaltet

 

 

Leaving the magic behind ©Zohar Lazar Illustration found on the New Yorker magazine.

Leaving the magic behind ©Zohar Lazar

 

 

Neue Ästhetik
Authentizität
Alter

Der Brite James Bridle versteht es Kunst und Technologie so miteinander zu verknüpfen, dass Feuilleton und Kuratoren ihm entgegen kommen und angesehene Technologiemagazine von seinen Aktivitäten berichten.

Die neue Ästhetik definieren zu wollen, die sich aus dem Wandel im Verhalten der Leute zu Beginn des neuen Jahrhunderts ergeben hatte, war eine solche Bridle Initiative. Ohne Ergebnis, bis auf die offensichtliche Idee, Pixelierung als neue Ästhetik vorzuschlagen. Gewiss als visuelle Entsprechung von Unschärfe und Fragmentierung.

Wie sonst, werden wir die vom unlängst verstorbenen Helmut Dietl, eingeführten Schauspieler wieder los? Wie die von Filmemachern übernommene Trostlosigkeit in Folge von Fassbinder Filmen? Wie Irren und Wirren der Werbung? Wie Selbstjustiz durch Fehleinkäufe? Wie die nutzlosen von Politik aufgezwungenen Sparglühbirnen?

 

 

 

 

KHole - Box1824

Jugend Modus
Ein Bericht über Freiheit
von
KHole – Box1824

 

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Grundlegendes Benehmen

Wenn anders denken (Think Different) zur Regel wird, dann wird als normal gelten eine furchterregende Angelegenheit. Das bedeutet, Sie kehren in die langweilige Vorstadt zurück aus der Sie kommen. Sie nehmen einst verachtete, zurückgelassene Verhaltensweisen mit neuem Schwung wieder auf und kehren erstmal vor der eigenen Türe.

Wenn Unterscheidung entsprechend irgendeiner Sortierung der bestellten Weiterentwicklung geschieht, dann wird die Scheiße nur noch authentischer. Sie werden Vegetarier bevor Sie Veganer werden und Veganer bevor Sie ein, sich ausschliesslich mit lokal erhältlichen Lebensmitteln ernährender Veganer werden.

Das Bedürfnis Ihre Entscheidungen zu ordnen und in Erzählung weiterzugeben produziert das Gefühl in der Falle zu sitzen. Das Tonband rückwärts abzuspielen befreit Sie nicht von dieser Logik. Am Ende des Tages ist oberflächliche Einfachheit nur die Ablehnung der Kompliziertheit, nicht seine Auflösung.

Grundlegendes Benehmen ist nicht die Lösung zum Massenindie Problem, da es noch immer auf Unterschieden fundiert. Gleichheit wird nicht gemeistert, nur näher gebracht.

 

 

Der Tod des Alters

Es war einmal möglich speziell zu sein, einen eindeutigen Unterschied über Zeit, im Verhältnis zu einer bestimmten Richtung des Publikums, aufrecht zu erhalten. Solange Sie sich unterschieden von den Leuten um sie herum, waren Sie sicher. Aber Internet und Globalisierung haben das für uns alle ruiniert. Gerade so wie ein Video viral wird, geschieht es womöglich mit allem. Die Wahrscheinlichkeit in der Sie und Angela Merkel sich etwas von ein und derselben Sternschnuppe wünschen ist größer als je zuvor.

Für einige Zeit war Alter verpackt in einem Bündel sozialer Erwartungen. Wenn aber Boomerangkinder zur ihrer Eltern leerer Nester zurückkehren und Ruhestand und Rente am Horizont schwinden, löst sich die Verbindung von sozialen Erwartungen und Alter auf. Was bleibt ist die Verwendung der technologischen Fähigkeiten um die Alten von den Jungen zu trennen, obwohl auch Mütter den Smoothies verfallen.

Demographie ist tot, dennoch werden Marketingleute, sich in aller Stille eine neue Generation auf Nachfrage aus den Fingern saugen. Kunden sind verzweifelt, sie wollen sich anpassen (die aktuelle dt. Fernsehwerbung besteht auf der Blogosphäre entlehnte Thesen). Aber an was? Es gibt sie nicht länger, die von Generation zu Generation weitergereichte Geradlinigkeit. Das Generationsversprechen ist ebenso hinfällig wie der USP sozialer Marktwirtschaft. Eine Jugend ohne Alter verlangt nach Emanzipation.

 

 

 

 

Normcore
Die Sensation des Normalen

 

 

Einst wurden Leute in Gemeinschaften hinein geboren und mussten ihre Individualität finden. Heute sind Leute geborene Einzelne und müssen ihre Gemeinschaften finden.

Was gerade geschieht, ist die Geburt oder Wiedergeburt des starken Einzelnen, wie sie auch von Thomas Meinecke seit den Achtzigern in meinem unmittelbaren Umfeld vortrefflich erträumt, umgesetzt und fortan gelebt wird. Massenindie begegnet dieser Situation, indem Mitwisser-Cliquen geschaffen werden, während Normcore es als physisches Meisterstück versteht, das Potenzial zu akzeptieren, seine Verbindungen zu erkennen und die Anschlüsse zum glühen oder erblühen zu veranlassen. Anpassungsfähigkeit nicht Exklusivität.

 

 

Top Shop - Zalando Model

Cara Delevingne ist aktuell im Einsatz für Top Shop bei Zalando.

 

 

Geschichte Europa’s höchster Gebäude

13. März 2015 Kommentare ausgeschaltet

 

 

©halcyonmaps.com Geschichte Europa's höchster Gebäude

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Quelle via this isn’t happiness™

 

 

Tiffany zeigt sich der Situation gewachsen

28. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet

 

 

Tiffany Rose to the Occasion

 

 

Tiffany’s Entschluss lediglich als klugen Marketingtrick und Expansionstaktik zu bewerten, verfehlt die Tragweite eines solchen Entschlusses. Ihn dafür zu kritisieren, die kulturelle Strömung als Markensymbolismus auszunutzen ist Anzeichen eines unbegründeten Idealismus. Tiffany ist eine erfolgreiche, bekannte und beliebte, globale Marke. Freilich will Tiffany sein Geschäft ausweiten. Etwas anderes von einer Marke zu erwarten wäre naiv.

Orignalinhalt von Ana Andjelic lesen.

 

 

Kunst und Handwerk

15. August 2014 Kommentare ausgeschaltet

 

 

Mark Landis

Mark Landis

 

 

Ehepaar Helene und Wolfgang Beltracci

 

 

 

 

Das Interesse für Kunst ist groß.
Falsch.
Das Interesse für Fälschungen ist groß.

Kein Künstler wurde derart in die Öffentlichkeit gezerrt, wie das Ehepaar Helene und Wolfgang Beltracci, auch ©Murakami nicht.

Fälschungen und tollkühner Schwindel fasziniert die Leute, nicht Kunst. Und worauf der vorige Eintrag deutet, sind Statistiken die belegen, dass grosses Interesse nicht der Kunst aber Kuriositäten gilt.

Für das Ehepaar Helene und Wolfgang Beltracci bot es ein Geschäftsmodell, von dem es sich gut leben liess. Einer sich aufdrängenden gesellschaftlichen Norm ungeachtet.

Lebenskunst, ungeachtet einer sich gleichsam aufdrängenden Existenz eines Bohémiens und dessen Norm, knurrender Magen und Verzicht inbegriffen.

Die Beltracci’s brauchen jetzt ein neues Geschäftsmodell für ihren Lebensunterhalt, der Verkauf des Buches wird die Anwaltskosten nicht tragen können, von Wolfgang Beltracchi erstellte u. unterzeichnete Werke werden die Gerichts- und Unterhaltskosten decken.

Währenddessen betreibt der Jahrhundertfälscher Mark Landis in den USA, Fälschung nicht als Geschäftsmodell, aber aus philanthropischer Motivation heraus. Landis verstellte sich als altersschwacher Menschenfreund oder Jesuitenpriester und führte Registrare und Museumskuratoren hinters Licht um seine Werke in angesehenen Museen und Ausstellungen zu wissen. „An den falschen Registrar geraten” kann ihm
Matthew Leidinger erst zurufen, als Landis bereits für 30 Jahre seinen Schwindel betrieben hatte.

Immer auch tut sich die Frage auf, ob nicht doch das Urheberrecht in Frage steht und ob es nicht eine universelle, legal bindende Antwort darauf geben soll, die bedingt, dass der Wissenstransfer nicht unterbrochen wird.

 

 

Marge, Du magst jeden

13. August 2014 Kommentare ausgeschaltet

(c) passion-estampes.com, (c) belle & sebastian

 

 

Marge Sherwood: [über Tom] Ich mag ihn.
Dickie Greenleaf: Marge, Du magst jeden.

Der talentierte Mr. Ripley

 

 

Zwei Tage lang mochte Mat Honan alles, was ihm auf Facebook entgegenkam. Hier erfahren Sie was dann geschah.

Es gibt ein Andy Warhol Zitat, dass Sie vielleicht schon gesehen haben: „Ich glaube jeder sollte jeden mögen.” Sie können es als Poster kaufen und Karte mit Bildern von Warhol, die aussehen wie eine Belle & Sebastian Platte, mit dem Zitat darauf in Helvetica. Das vollständige Zitat aber stammt aus einem Interview in Art News von 1963, eine zutreffende Beschreibung, wie wir uns heute in den Sozialmedien verhalten.

Warhol: Jemand erwähnte, dass Brecht wollte, das jeder dasselbe denken sollte. Ich wünschte jeder würde dasselbe denken. Brecht wollte es mit Kommunismus erreichen. Russland erreicht es mit seiner Regierung. Hier passiert es wie von selbst, ohne strikten Zwang einer Regierung; wenn es also ohne es gross zu versuchen geht, warum sollte es nicht auch ohne Kommunismus gehen? Jeder sieht aus wie jeder andere und jeder benimmt sich wie jeder andere auch, auch werden wir immer mehr so.
Ich denke, jeder sollte eine Maschine sein. Ich denke jeder sollte jeden mögen.
Art News: Ist es das worum es in der Popkunst geht?
Warhol: Ja. Es geht darum Dinge zu mögen.
Art News: Und Dinge zu mögen ist so wie eine Maschine zu sein?
Warhol: Ja, weil Sie jedesmal dasselbe tun. Sie tun es wieder und wieder.

Read in full by Mat Honan

 

 

Nicht verfügbar

5. August 2014 Kommentare ausgeschaltet

 

 

Aldo Sergio

 

 

Neue Ästhetik nicht verfügbar

 

 

Aldo Sergio

 

 

Aldo Sergio

 

 

Aldo Sergio Florian Süssmair

 

 

Das Elend umschlingen

31. Juli 2014 Kommentare ausgeschaltet

 

 

Embrace the Misery

 

 

Die Welt geht es zur Hölle. Das ist laut Albert Camus noch kein Grund sich in die Hose zu machen

Sie sind von Natur aus ein Optimist, ein glücklicher Idiot. Kein persönliches Unglück, keine noch so schlechten Umstände konnten Sie jemals in ihren festen Glauben erschüttern, dass der Lauf der Zeit Fortschritt bringen wird. Sie sind davon überzeugt, dass schlechte Menschen schon ihr Fett abbekommen werden. Sie haben vollstes Vertrauen, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Nie hatten Sie den geringsten Zweifel daran, dass aus der Welt eine bessere wird.

Bis vor kurzem.

Vor kurzen, als Sie sich zu wundern begannen, ob das Ende der Zivilisation nicht anrückt und Sie nicht die Einzige sind mit der Befürchtung. Pessimismus schwebt in der Luft wie ein virulenter Krankheitserreger von dem viele angesteckt werden. Die Medien liefern täglich Berichte von verachtenswerten Praktiken unserer Politiker und erzürntem Pöbel, religiösen Fanatikern und versagenden Staaten, von weit reichender Arbeitslosigkeit und ökologischen Katastrophen. Ein Freund hat Sie dazu angestachelt ein Gewehr zu kaufen und viel Munition, „bevor es zu spät wird”. (Er selbst hat mehr als 30 Waffen, Schrotflinten, Jagdgewehre, halbautomatische Angriffswaffen und eine erstaunliche Ansammlung an Pistolen.) Gleichwohl wie Ihre Analyse ausfällt, die Zukunft sieht in zunehmendem Maße grimmig und malthusianisch aus.

Was ist geschehen? Wie konnte eine solche Kollektivverzweiflung den Platz von angestammten Vertrauen in unserem Gedächtnis einnehmen?

Die technologischen Wunder unserer aufgeklärten Zeit sollten Ignoranz aus unseren Leben verbannen und das Leiden mindern. Vor wenigen Dekaden wurde die Berliner Mauer abgebrochen, das verleitete Francis Fukuyama dazu, den Triumph der westlichen Ideale über die Mächte der Tyrannei auszurufen und zu proklamieren, dass der Krieg jetzt veraltet ist und der Vergangenheit angehört.

Auf englisch weiterlesen.

 

 

Allem Anschein nach, hatte(n) die Nation(nen), zu einem bestimmten Zeitpunkt, an Wissenschaft geglaubt

22. Juli 2014 Kommentare ausgeschaltet

 

 

Auf dem Mond (NASA)

NASA

 

 

Historiker mit dem Studium von Archivfotos aus vier Dekaden, kamen zu der Überzeugung, dass die US Nation und womöglich auch andere Nationen an Wissenschaft geglaubt hatten.

Nach Ansicht des Historikers Davis Logsdon, der sich durch Berge an photographischen Nachweisen an der Universität von Minnesota gearbeitet hat, vertrat die Nation anscheinend einmal die Ansicht, dass ein Investieren in der Wissenschaft und sogar in Mathematik zu Errungenschaften führen könnte, die eine Quelle für nationalen Stolz sein würden.

Während Logsdon keine komplette Theorie entwickelt hat, um die pro-wissenschaftliche Haltung der Vereinigten Staaten während dieser Ära zu erklären, schreibt er es teils der liberalen Ansichten des Präsidenten dieser Zeit zu, Richard M. Nixon.

Quelltext von Andy Borowitz auf englisch lesen.

 

 

Die Zukunft des Marketings aus Sicht des Cannes Lions Festivals

18. Juli 2014 Kommentare ausgeschaltet

 

 

Collage mit einem Foto von Büşra Şavlı.

 

 

John Winsor, Gründer von Victors & Spoils berichtete im vergangenen Jahr aus Cannes von Dinosauriern, die von allerhand gefedertem Vieh umschwirrt wurden. Vom diesjährigen Cannes Festival berichtet er, wie sich die neuen Vögel der Werbebranche mit einigem Selbstverständnis präsentieren.

Die neue Spezie hat eins gemeinsam, sie verdankt ihren Erfolg offenen Systemen. Grundsätzlich ist die Spezie im innersten digital und gleicht die Effekte und Fähigkeiten der digitalen Demokratie zu ihrem Vorteil aus, um die besten Talente und Ideen zu nutzen wo auch immer sie aufzutreiben sind. Im Gegensatz zu geschlossenen Marketing Systemen wie die der Werbeagenturen, die ihr internes Talent ausschliessen und knappe und teure Ressourcen erstellen.

Offene Marketingsysteme finden ihre Talente überall auf der Welt, um mit ihnen die Probleme der Kunden zu lösen. Auf diese Weise werden die besten Antworten kuratiert.

Offene Systeme nehmen es mit den Marktführern jeder Branche auf. Airbrn fordert nicht nur die mächtigsten Hotelketten heraus aber sind hinter den Wohnungs- und Steuerrechten der Stadt New York her, die ihnen im Wege stehen. Mit einem Marktwert von $10 Bio hat Airbrn jetzt das Kapital um die Hotelbranche global herauszufordern. Der App ermöglichte Auto Sharing Service Uber ist ein anderes weltweites Phänomen mit einem Marktwert von 18 Mio Dollar. Im Juni streikten Taxifahrer in London, Paris, Berlin und Madrid in Auflehnung gegen Uber mit dem Resultat, dass Uber einige Tausend neue Mitglieder erhielt. Quirky sorgt für Unterbrechung im Produkt Design, Local Motors in der Automobilindustrie. Relay Rides bei der Autovermietung und Kickstarter und AngelList im Finanzsektor.

Dieses Jahr fühlte es sich in Cannes an, als ginge ein Licht an. Die Dinosaurier Beschützer der alten, verschlossenen Marketingwelt haben damit begonnen, den Wandel zu bestätigen. Die neuen Vögel haben damit begonnen das neue Paradigma zu artikulieren und liefern.

Volltext von John Winsor auf englisch lesen. 3 Dinge die Marken tun können.